pte20170825003 Technologie/Digitalisierung, Unternehmen/Wirtschaft

Kryptowährungen: Verbrecher klauen 190 Mio. Euro

Social-Media-Seiten als Lockmittel genutzt - Jeder Zehnte Investor Opfer


Bitcoins: Kriminelle stehlen Millionen an Kryptogeld (Foto: pixabay, MaterTux)
Bitcoins: Kriminelle stehlen Millionen an Kryptogeld (Foto: pixabay, MaterTux)

New York/Hamburg (pte003/25.08.2017/06:10) Cyber-Kriminelle haben seit 2016 rund 225 Mio. Dollar (etwa 190 Mio. Euro) gestohlen. Dafür haben sie die Handelsseite für Kryptowährungen, Ethereum http://ethereum.org , genutzt. Diese bietet eine Plattform für Erstverkäufe neuer Kryptowährungen, sogenannte Initial Coin Offerings (ICOs). Die Kriminellen haben Investoren mit gefälschten Social-Media-Seiten überzeugt, in falsche ICOs zu investieren. Über 30.000 Menschen sind solchen Verbrechen bereits zum Opfer gefallen. Im Schnitt verlor jeder 7.500 Dollar, wie eine Chainalysis-Analyse http://chainalysis.com zeigt.

Investoren unvorsichtig

"Die Grundlage jedes Investments sollte eine fundierte Analyse sein. Es reicht nicht, bloß Google anzuwerfen. Gleichzeitig kann man auf Informationen innerhalb der Community zurückgreifen", so Fred Steinmetz, Doktorand an der Universität Hamburg http://www.wiso.uni-hamburg.de gegenüber pressetext. Laut Jonathan Levin, Mitgründer von Chainalysis, arbeiten die Kriminellen hocheffizient. Dafür nutzen sie eine Schwäche der Investoren: Um möglichst schnell in den Besitz von Kryptowährungen zu kommen, überstürzen diese es manchmal mit der Anlage ihres Geldes. Dabei geben sie sensible Informationen an falsche Websiten weiter.

Kriminelle nutzen oft falsche Projektnamen. Wenn ein Investor überstürzt handelt, übersieht er das leichter. Für ihre Angriffe setzen sie sich über Slack http://slack.com , Twitter oder per E-Mail mit den Opfern in Verbindung. "Medien wie 'Slack' dienen vielen Projekten als Kommunikationskanal. Kürzlich wurden vermehrt Falschmeldungen über gehackte Accounts vermeintlicher Projektmitglieder verbreitet. Ziel war es, Investoren dazu zu bringen, ihre Kryptowährungen an fremde Adressen zu senden. Eine Verifizierung ist für den Laien oft schwer. Zahlungsrelevante Aufforderungen sind daher immer intensiv zu prüfen", warnt Steinmetz. Persönlichen Investment-Anfragen sollte man aus dem Weg gehen. "Prinzipiell ist es unüblich, Investoren persönlich anzuschreiben. Hier ist Vorsicht geboten."

Kryptowährungen immer beliebter

In letzter Zeit haben Kryptowährungen viel Aufmerksamkeit erfahren. "Anfang des Jahres hatten wir bei den etwa 1.000 nennenswertesten Kryptowährungen eine Marktkapitalisierung von 17 Mrd. Dollar. Heute liegt diese bereits bei 150 Mrd. Dollar", so Steinmetz. Durch ihre besondere Datenbank, der Blockchain, sind Cyber-Währungen aber auch bei Kriminellen sehr beliebt. Eine Blockchain ist eine Aneinanderreihung von Datensätzen. Durch ihren speziellen Aufbau ist sie sicher vor Eingriffen. Das hohe Level an Integrität macht die Währungen zu einer sehr unauffälligen Zahlungsmethode. Besonders auf dem Schwarzmarkt kommt sie zum Einsatz.

(Ende)
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