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pts20170330009 Computer/Telekommunikation, Bildung/Karriere

Rollentausch im Klassenzimmer: Schülerinnen trainieren ihre Lehrer/innen im IT-Bereich


Baden/Wien (pts009/30.03.2017/08:00) - Im Projekt "Reverse Mentoring" helfen Schülerinnen Erwachsenen oder ihren Lehrkräften im Umgang mit PC & Co. Sie brechen damit mit nicht nur ihre Schülerinnen-Rolle, sondern auch ihre klassisch zugeschriebene Geschlechterrolle auf.

"Es ist mir klar geworden, wie dankbar ich jenen Lehrerinnen und Lehrern bin, die nie die Geduld mit mir verlieren, wenn ich etwas nicht verstehe." Selma Köhler, Schülerin an den Hertha Firnberg Schulen für Wirtschaft und Tourismus, hat gemeinsam mit ihrer Professorin Angela Schmiedecker in den letzten Monaten eine ganz neue Erfahrung gemacht. Die beiden tauschen - zumindest für einige Stunden im Monat - ihre Rollen. Im Rahmen des Projektes "Reverse Mentoring", kurz "re-ment" genannt, trainiert und begleitet Selma ihre Lehrerin im Umgang mit dem PC und digitalen Anwendungen.

"Unsere Schülerinnen haben so viele Ressourcen, und da ist es toll, wenn wir als Lehrkräfte diese auch nützen können", erzählt Schmiedecker, die sich als eine von 5 Lehrkräften auf das umgedrehte Mentoring-Konzept eingelassen hat. "Für mich ist es nicht schwierig, mich in die neue Rolle hinein zu versetzten. Es gibt immer wieder Bereiche, wo wir Lehrkräfte keine Expertinnen sind und uns auch neu in Themenbereiche einarbeiten müssen."

IT-Anwendungen sind gar nicht so intuitiv, wie sie scheinen

Ihre Mentorin Selma hat zwar schon öfter - so wie wohl die meisten Jugendlichen - technikunerfahrenen Eltern oder bekannten Erwachsenen bei Computerproblemen weitergeholfen. So ganz gezielt mit ihrer Lehrerin zu arbeiten, war aber eine neue Erfahrung: "Ich habe mir anfangs sehr schwer getan zu verstehen, wie schwierig Sachen, die für mich alltäglich sind, sein können, wenn man sie noch nie gemacht hat", erzählt die Schülerin und erinnert sich an eine Episode, wo sie ihrem Mentee fünf Dokumente mit kompletten, bebilderten Anweisungen für das Grafikprogramm GIMP geschickt hatte und sich dann wunderte, warum ihr Schützling trotz großen Bemühens die Hälfte davon nicht sehen konnte. "Schlussendlich sind wir draufgekommen, dass über der E-Mail nur zwei der Dokumente direkt angezeigt wurden und der Rest mit einem kleinen Plus-Zeichen daneben aufklappbar gewesen wäre. Das war natürlich unheimlich leicht zu übersehen", erzählt Selma.

Verständnis für die Herausforderung von Lehrenden

Was also für einen "Digital Native" selbstverständlich ist, kann für andere zur Hürde werden. "Nachdem ich mich also anfangs fast geärgert habe, hat es mir nachher leidgetan, dass ich nicht daran gedacht habe, das zu erklären", berichtet Selma. "Mir ist durch das Projekt bewusst geworden, wie wichtig die Leistung von Lehrerinnen und Lehrern ist, und wie viel Aufwand mit Unterrichten verbunden ist." Selbst Lehrerin im IT-Bereich zu werden, kann sich Selma aus heutiger Sicht jedoch noch nicht vorstellen.

Mehr weibliches Selbstbewusstsein in der Technik

Initiiert und wissenschaftlich begleitet wird das Projekt "re-ment" vom Zentrum für Gender und Diversität "moves" und der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich. Insgesamt fünf Projektschulen in Wien und Niederösterreich haben sich daran beteiligt. Der Ansatz des Reverse-Mentorings soll eine ganz neue Perspektive für die Chancengleichheit von Mädchen in der Technik bieten. Nicht die Defizite von Mädchen und jungen Frauen sollen im Zentrum der Forschungsarbeit stehen, sondern ihre zweifellos vorhandenen Kompetenzen und Ressourcen, erklärt Evelyn Süss-Stepancik von der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich.

Es gehe auch darum, das Selbstbewusstsein der Mädchen hinsichtlich ihrer technischen Kenntnisse zu stärken. Wenngleich sich da in den letzten Jahren schon einiges zum Besseren verändert habe, betont die Forscherin. "Wir sehen, dass Mädchen heute schon ein viel besseres technisches Selbstkonzept haben als in früheren Untersuchungen. Aber in Details schätzen sie sich nach wie vor nicht so kompetent ein wie sie wirklich sind." Das Projekt "re-ment" trägt also nicht nur auf individuellen Ebenen zur Erhöhung von IKT-Kompetenzen bei, sondern weicht auch die üblichen Geschlechterrollenzuschreibungen in der IT ordentlich auf. "Ein anderes, aktuelleres Bild der Technik, kann so entstehen", ist Süss-Stepancik überzeugt.

Beispielgebend für andere Themen

Im Herbst soll das Projekt vorläufig abgeschlossen sein. Die umfangreichen Erfahrungen und Forschungsergebnisse aus dem Projekt sollen in die Entwicklung eines Moduls im Bereich Persönlichkeitsbildung für die so genannte modulare Oberstufe einfließen. Und für viele der jungen Mentees ist klar: Diese Idee wollen sie weiterhin an ihrer Schule haben. Ob man das Modell des umgedrehten Mentorings nicht auch in anderen Bereichen umsetzen könnte? "Wer offen für Neues ist und auch gerne neue Konzepte ausprobiert, kann nur davon profitieren", ist Angela Schmiedecker nach ihrer Erfahrung als Mentee überzeugt. Ihre Mentorin Selma pflichtet ihr bei: "Wenn aber die Bereitschaft vorhanden ist, einmal in eine andere Rolle zu schlüpfen, bin ich mir sicher, dass man das Modell in fast allen Bereichen nützen könnte."

Mehr über das Projekt: http://rement.ph-noe.ac.at

(Ende)
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