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Mi, 08.02.2017 14:00
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pts20170208021 Medizin/Wellness, Forschung/Technologie

Dr. Jacobs Institut informiert: Glukose-Fruktose-Sirup stark quecksilberbelastet

Durch Quecksilberbelastung besonderes Gesundheitsrisiko für Schwangere und Kinder

Heidesheim am Rhein (pts021/08.02.2017/14:00) - Dr. Jacobs Institut informiert über wichtige Forschungsergebnisse zum High Fructose Corn Sirup (HFCS): Der Maissirup, der hierzulande als Glukose-Fruktose-Sirup firmiert, enthält einer Studie zu Folge bis zu 0,57 µg Quecksilber je Gramm Maissirup. Damit ist der extrem zuckerhaltige Lebensmittelzusatz als noch bedenklicher einzustufen als bisher. Die Quecksilberbelastung ist ähnlich hoch wie beim Verzehr von Fisch. Insbesondere Schwangere und kleine Kinder sollten vorsichtig sein und HFCS möglichst meiden, rät das Institut.

Glukose-Fruktose-Sirup (HFCS), auch als Maissirup bekannt, ist bereits vor Jahren durch seinen extrem hohen Fruktose-Gehalt in Verruf geraten und wird mit einer Reihe von Erkrankungen in Verbindung gebracht, u.a. der Insulinresistenz, welche Diabetes und Übergewicht begünstigt. Auch auf Harnsäurespiegel, Nierenfunktion und Blutdruck wirkt sich der regelmäßige Konsum von Maissirup in Lebensmitteln äußerst ungünstig aus.

HFCS-Produktzucker als Quecksilber-Quelle

Die Forschung rund um HFCS legt nun nahe, dass der Lebensmittelzusatz ein doppeltes Gesundheitsrisiko birgt: In gleich zwei US-Studien wurde das Nervengift Quecksilber in zahlreichen handelsüblichen Produkten nachgewiesen, dessen Ursprung in der Verwendung von Glukose-Fruktose-Sirup liegt. Quecksilber erhöht beim Menschen das Risiko für Herzerkrankungen und neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer-Demenz und kann beim ungeborenen Fötus zu neurologischen Gehirnschäden führen.

Die Funde aus den genannten Studien sind umso bedenklicher, als der Produktzucker von der Lebensmittelindustrie als äußerst preiswertes Süßungsmittel in unzähligen Fertigprodukten wie Joghurts, Soft Drinks und Säften, Schokoladenriegeln und anderen Nahrungs- und Genussmitteln verwendet wird. Nicht nur in den USA, wo pro Tag und Kopf durchschnittlich 50 g Glukose-Fruktose-Sirup verzehrt werden, sondern auch hierzulande bedeutet dieser Quecksilber-Nachweis eine enorme Verunreinigung der Nahrungskette und folglich ein Gesundheitsrisiko für die durchschnittlich ernährte Bevölkerung.

Environmental Health Study und IATP-Study

Die bereits im Jahr 2009 veröffentlichten Studien zum High Fructose Corn Sirup (HFCS) stellen die derzeit aktuellsten Forschungsergebnisse zur Quecksilberbelastung im Glukose-Fruktose-Sirup dar. In der vom Institute for Agriculture and Trade Policy (IATP) veröffentlichten Studie fand man in nahezu jedem dritten Produkt von 55 Markenprodukten Quecksilber, vorrangig in Milchprodukten, Salat-Dressings und Gewürzen (Wallinga et al., 2009).

Die Environmental Health Study konnte Quecksilber in 9 von 20 handelsüblichen Lebensmittelprodukten nachweisen. Untersucht wurden Lebensmittel von drei unterschiedlichen US-Herstellern, in deren Zutaten HFCS gelistet ist. Die dabei nachgewiesenen Quecksilbermengen lagen bei bis zu 0,57 µg pro Gramm Glukose-Fruktose-Sirup (Dufault et al., 2009).

Quecksilbergehalt in HFCS-Produkten höher als bei Fischerzeugnissen

Zum Vergleich: Ein Thunfisch-Erzeugnis enthält ca. 0,3 µg Methyl-Quecksilber pro Gramm Fisch, andere Fischsorten enthalten bis zu 0,5 µg Quecksilber pro Gramm Fisch. Die entsprechende Verzehrbeschränkung bei Fisch für Schwangere liegt laut der Europäischen Lebensmittelagentur EFSA bei wöchentlich 1,3 µg Methyl-Quecksilber je kg Körpergewicht (EFSA, 2012). Beachtet man die oft hohe Verzehrsmenge von Süßigkeiten und Softdrinks im Vergleich zu Fisch, wird das Ausmaß der Quecksilber-Belastung durch Lebensmittel und Getränke mit Glukose-Fruktose-Sirup deutlich.

Mit diesen Studienergebnissen gilt ein besonderes Vorsichtsgebot für Schwangere und deren ungeborene Babys, aber auch für heranwachsende Kinder: Insbesondere dann, wenn Lebensmittel Glukose-Fruktose-Sirup als ersten oder zweiten Hauptbestandteil auflisten, ist Vorsicht geboten.

Der Hintergrund: Quecksilber und die Folgen

Quecksilber ist ein extrem giftiges Schwermetall und Umweltgift, das bislang überwiegend über Fisch und Amalgam-Füllungen aufgenommen wurde. Es ist eines der stärksten bekannten Nervengifte und kann die Entwicklung von Alzheimer fördern. Auf neurologischer Ebene ist es vor allem auch für Schwangere, ungeborene und kleine Kinder gesundheitsgefährdend. Bereits kleine Mengen des Schwermetalls sollen bei ungeborenen Babys die Gehirnentwicklung schädigen können, da Methyl-Quecksilber sowohl die Plazenta- als auch die Blut-Hirn-Schranke überwindet.

Emissionsquelle: Chlor-Alkali-Anlagen

Wie die Quecksilberreste in den Glukose-Fruktose-Sirup gelangen und damit die Nahrungskette belasten, konnte im Verlauf der Studien ebenfalls geklärt werden: Ein Teil der Quecksilberemissionen in unserer Umwelt stammt aus sogenannten Chlor-Alkali-Anlagen. In einer mittlerweile veralteten Technik kommen hier Quecksilberzellen zum Einsatz. Das Quecksilber gelangt in die dort produzierte Natronlauge, welche bei der Herstellung von HFCS zum Einsatz kommt. Das Endprodukt High Fructose Corn Syrup aus diesen Anlagen ist deshalb mit Quecksilber belastet.

In Europa waren im Jahr 2000 noch 54 % der Chlor-Alkali-Anlagen in Betrieb, die das veraltete Verfahren einsetzen und die Quecksilber-belastete Natronlauge in Umlauf bringen, im Jahr 2016 sank diese Zahl auf 20 Prozent. Die Europäische Chlor-Alkali-Industrie hat sich dazu verpflichtet, ihre Quecksilber-basierten Anlagen bis zum Jahr 2020 zu schließen oder umzuwandeln (Euro Chlor, 2015).

Ob mit Quecksilber belastetes Sirup in einem Produkt verwendet wird, ist leider von außen nicht erkennbar. Da Fruktose-Glukose-Sirup ohnehin ungesund ist, ist die Quecksilber-Belastung nur ein weiterer triftiger Grund, Lebensmittel damit am besten ganz aus dem Speiseplan zu streichen.

Literatur:
* Dufault R, LeBlanc B, Schnoll R, Cornett C, Schweitzer L, Wallinga D, Hightower J, Patrick L, Lukiw WJ (2009): Mercury from chlor-alkali plants: measured concentrations in food product sugar. Environmental Health; 8:2
* Euro Chlor (2015): The chlor-alkali Industry in Europe. URL: http://www.eurochlor.org/the-chlorine-universe/the-chlor-alkali-industry-in-europe.aspx (01.02.2017).
* European Food Safety Authority (EFSA) (2012): Scientific Opinion on the risk for public health related to the presence of mercury and methylmercury in food. EFSA Journal; 10(12): 2985
* Wallinga D, Sorensen J, Mottl P, Yablon B (2009): Not So Sweet: Missing Mercury and High Fructose Corn Syrup. IATP Report January 25, 2009

Über das Dr. Jacobs Institut für komplementärmedizinische Forschung
Das Dr. Jacobs Institut für komplementärmedizinische Forschung http://www.drjacobsinstitut.de hat sich zum Ziel gesetzt, ganzheitliche Zusammenhänge in der Ernährungs- und Naturheilkunde wissenschaftlich aufzuklären.

Pressekontakt:
Dr. rer. nat. Susanne Cichon (Ernährungswissenschaftlerin)
Egstedterstraße 46, 55262 Heidesheim am Rhein
E-Mail: drcichon@drjacobsinstitut.de

(Ende)

Aussender: Dr. Jacobs Institut für komplementärmedizinische Forschung
Ansprechpartner: Dr. Susanne Cichon
E-Mail:
Website: www.drjacobsinstitut.de
Dr. Jacobs Institut für komplementärmedizinische Forschung
   
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