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pte20161013030 Forschung/Entwicklung, Umwelt/Energie

Forscher entschlüsseln DNA der Kräuseljagdspinne

Expansive Art hat inzwischen das gesamte Oberrheintal besiedelt


Kräuseljagdspinne: Art lebt seit kurzem auch in München (Foto: Jörg Spelda, ZSM)
Kräuseljagdspinne: Art lebt seit kurzem auch in München (Foto: Jörg Spelda, ZSM)

München (pte030/13.10.2016/11:30) - Forscher der Zoologischen Staatssammlung München (ZSM) http://www.zsm.mwn.de haben den genetischen Code der Kräuseljagdspinne (Zoropsis spinimana) entschlüsselt, die kürzlich erstmals in München entdeckt wurde. Die Tiere sind ursprünglich als wärmeliebende Spinnenart in den Wäldern des Mittelmeerraums beheimatet. Erst seit ein paar Jahren werden immer wieder auch Exemplare weiter nördlich gesichtet; seit 2005 gibt es die recht große Art auch in Deutschland.

Keine Gefahr für Menschen

Die expansive Art hat inzwischen das gesamte Oberrheintal besiedelt und ist seit neuestem eben auch in München zu Hause. Im Gegensatz zu ihren Verwandten in Südeuropa, lebt die Art in Deutschland vorwiegend in Gebäuden. Mit ihren zwei Zentimetern Durchmesser ist Zoropsis spinimana zwar durchaus mit einer Tarantel vergleichbar, eine Gefahr für den Menschen bestehe jedoch nicht, bekräftigt Jörg Spelda von der Zoologischen Staatssammlung München. Die Spinne sei nicht wirklich aggressiv, außerdem wäre ein Biss vergleichsweise harmlos.

Etwas angriffslustiger ist die ebenfalls aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland eingewanderte Mildes Dornfingerspinne (Cheiracanthium mildei). Die kleine, unauffällige Schwester des Ammen-Dornfingers könne durchaus auch mal zubeißen, wobei ihr Biss mit dem Stich einer Wespe oder Biene vergleichbar ist, so Spelda. Auch in München gab es bereits einen Bissunfall, der Übeltäter wurde anschließend der ZSM übergeben und befindet sich inzwischen in deren Sammlungsmagazinen an der Münchhausenstraße in München-Obermenzing.

DNA-Barcoding-Entschlüsselung

Die genetischen Befunde der Forscher bestätigten die Zugehörigkeit zur Mittelmeerart Cheiracanthium mildei. "In Zukunft ist vermehrt mit der Einwanderung wärmeliebender Arten zu rechnen", unterstreicht Stefan Schmidt, Koordinator der DNA-Barcoding-Projekte an der ZSM. Seine Arbeitsgruppe hat die vollständige genetische Erfassung der bayerischen Tierwelt zum Ziel. Hierzu nutzen die Wissenschaftler bereits seit Jahren die sogenannte DNA-Barcoding-Methode, die sich zur sicheren Artbestimmung bei Tieren bestens eignet.

(Ende)
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