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Sa, 19.05.2012 06:10
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pte20120519003 Computer/Telekommunikation, Medizin/Wellness

Filesharing und Depression hängen zusammen

Seltsames Forschungsergebnis hat aber wenig Aussagekraft
Depression: zu viele Dateien getauscht (Foto: pixelio.de, G. Altmann)
Depression: zu viele Dateien getauscht (Foto: pixelio.de, G. Altmann)

Rolla (pte003/19.05.2012/06:10) - Eine neue Studie der Missouri University of Science and Technology http://www.mst.edu will einen Zusammenhang zwischen häufigen Filesharing-Aktivitäten und Anzeichen für Depression gefunden haben. Die Forscher haben die Aktivität von 216 Studenten im Netzwerk der Universität beobachtet und mit den Ergebnissen eines psychologischen Tests zur Selbsteinschätzung depressiver Tendenzen verknüpft. Dabei stellte sich heraus, dass fleißige Filesharer eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, depressive Stimmungen zu durchleben. Die Richtung des Zusammenhangs ist jedoch unklar.

Verwirrende Studien

"Der Zusammenhang zwischen Internetnutzung und sozialer Hemmung beschäftigt die Forschung. Es gibt widersprüchliche Ergebnisse. Momentan suchen die Forscher deshalb nach dritten Variablen, die als Trigger funktionieren", sagt Bernad Batinic von der Johannes Kepler Universität Linz http://www.jku.at gegenüber pressetext. Neben Filsharing-Aktivitäten stehen laut den US-Wissenschaftlern auch die Nutzung von E-Mail und Chatprogrammen in Zusammenhang mit depressiven Verstimmungen. Das normale Surfen im Netz sowie Streaming haben laut Studie keinen Einfluss auf die Stimmung.

Dass Filesharing schlecht für die Psyche ist, lässt sich laut Studie nicht aus den Ergebnissen ableiten. Ob Filesharing depressiv macht oder Depressionen erhöhte Online-Aktivität in diesem Bereich fördern, ist unklar. Frühere Studien haben eine ähnliche Korrelation zwischen anderen Internet-Tätigkeiten, wie Online-Shopping, exzessivem Internet-Videokonsum, Glücksspiel im Netz, häufigen Besuchen auf sozialen Netzwerken oder nächtlichem Netz-Besuch festgestellt.

Keine voreiligen Schlüsse

"Prinzipiell kann jede Art von extremem Verhalten, online oder offline, auf ein psychisches Problem hinweisen. Allerdings ist extremes Verhalten sehr relativ und bei weitem nicht immer ein Indikator für Probleme", sagt Batinic. Das macht die Erforschung des Einflusses von Medienkonsum auf die Psyche schwierig. "Auch zur Rolle des Medienkonsums bei Kindern, die Problemverhalten an den Tag legen, gibt es unterschiedliche Meinungen. Extremer Fernseh- oder Internetkonsum kann zu Problemen führen, muss aber nicht. In Linz untersuchen wir gerade die Elternkommunikation als mögliche Triggervariable in dieser Gleichung", erklärt der Experte.

Die US-Forscher beharren trotzdem darauf, eine Korrelation gefunden zu haben. "Diese Studie ist meines Wissens die erste Untersuchung, die sich auf die Analyse des tatsächlichen Online-Verhaltens stützt. Frühere Erhebungen auf Basis von Befragungen sind weit weniger aussagekräftig", sagt Studienleiter Sriram Chellappan. Der Wissenschaftler glaubt sogar an eine Verwendung seiner Methode in der Früherkennung von psychischen Erkrankungen.

"Unsere Software wäre ein kostengünstiger und einfacher Weg, um User bei auffälligen Internet-Nutzungsmustern zum Aufsuchen von Psychologen zu bewegen. Die Software könnte auf Campus-Netzwerken laufen und Betreuer auf auffällige Studenten hinweisen", so Chellappan. Ohne weitere Untersuchungen scheint die wissenschaftliche Basis für solche Maßnahmen mit hohem Gruselfaktor allerdings eher schwach. "Ein mutmaßlicher Zusammenhang zwischen Filesharing und Depressionen riecht für mich nach einer dritten Variable, die beide Faktoren beeinflusst", erklärt Batinic.

Link zur Studie: http://www.scribd.com/doc/93950152/12-Tech-soc-Kcmwl-1

(Ende)

Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Markus Keßler
Tel.: +43-1-81140-305
E-Mail:
Website: www.pressetext.com
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