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pte20110317018 Produkte/Innovationen, Forschung/Entwicklung

Bionik: Industrie versteckt Vorbilder aus der Natur

Neue Entwicklungen mit biologischem Vorbild auf Kongress vorgestellt


Dr. Rainer Erb: Bionik kommt bei der Allgemeinheit gut an (Foto: pressetext/Klaus Janiak)
Dr. Rainer Erb: Bionik kommt bei der Allgemeinheit gut an (Foto: pressetext/Klaus Janiak)

Berlin (pte018/17.03.2011/11:50) - Bionische Produkte und Entwicklungen, bei der die Natur als Ideengeber dient, bereichern schon seit längerem die Gesellschaft. Zu den bekanntesten Beispielen zählen wohl der Klettverschluss und der selbstreinigende Lotuseffekt. Doch in der Industrie werden bionische Optimierungen bislang selten offen kommuniziert. "Gut 98 Prozent der deutschen Autos enthalten z.B. zehn bis 15 Prozent an Bauteilen, die bionisch verbessert sind.", erklärt Rainer Erb, Geschäftsführer von BIOKON e.V. http://www.biokon.de und Ausrichter des heute, Donnerstag, endenden Bionik-Industrie-Kongress in Berlin.

Der gemeinnützige Verein BIOKON versteht sich als Vermittler zwischen der Wissenschaft Bionik, die Disziplinen wie Biologie, Technik, Chemie, Physik und sogar Architektur vereint und der Industrie. "Wir haben einige Vertreter der Industrie, die auf keinen Fall wollen, dass wir sie nennen oder eben erzählen, dass z.B. in deren Autos Achsschenkel oder Motoraufhängung verbaut sind, bei denen die Natur als Vorbild gedient hat", ergänzt Thomas Speck, Professor an der Universität Freiburg, Direktor des Botanischen Gartens und Vorstandsvorsitzender von BIOKON e.V.

Positiver Imagetransfer möglich

Dabei hat die Bionik großes Potential die Nachhaltigkeit von Produkten stark zu verbessern. "Materialien werden beispielsweise leichter ohne an Stabilität zu verlieren", unterstreicht Erb im Gespräch mit pressetext. Generell gilt die Wissenschaft als leichter begreifbar, weshalb sie sich einer relativ hohen Akzeptanz erfreut. Umso unverständlicher ist daher die Zurückhaltung der Industrie, den positiven Imagetransfer für ihre werbliche Kommunikation zu nutzen.

"Wir haben bemerkt, dass die Bionik in der Allgemeinheit sehr positiv besetzt ist. Im Gegensatz zur Atom- oder Gentechnologie stehen die Menschen bionischen Produkten offen gegenüber und sind fasziniert von den Bildern, die wir ihnen immer wieder vorstellen können", weiß Erb aus Erfahrung.

Zecke als Vorbild für Dübel

Die Natur hat sich als Ideengeber und Innovationsmotor mit nachhaltigem Nutzen für Technik, Wirtschaft und Gesellschaft bewährt und bietet viele Ansätze, Prototypen und Produkte für die wichtigsten Industriebereiche wie Automobil, Maschinenbau, Biomedizintechnik, Chemie, Automatisierungstechnik und Bau.

Den rund 300 Kongressteilnehmern wurden während der zweitägigen Veranstaltungen zahlreiche Neuerungen vorgestellt. Darunter von Geckos inspirierte bionische Haftsysteme, gelenkfreie und wartungsarme Fassadenbeschattung, die dem Klappmechanismus der Paradiesvogelblume nachempfunden wurde und Dübel, die in ihrer Funktion dem Mundwerkzeug der Zecke ähnlich sind. Letztere wurden von den Bionik-Studenten Markus Hollermann und Felix Förster entworfen und werden nun gemeinsam mit der Fischerwerke GmbH & Co. KG, die bekannt für Ihre Fischer-Dübel sind, zur Marktreife weiterentwickelt.

(Ende)
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