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pte20081007035 Medien/Kommunikation, Bildung/Karriere

Britische Elite-Unis kämpfen im Web um Studenten

Cambridge und Oxford starten Podcast-Kanal auf iTunes


Oxford und Cambridge gelten als Elite-Schmieden Großbritanniens (Foto: pixelio.de, Richard)
Oxford und Cambridge gelten als Elite-Schmieden Großbritanniens (Foto: pixelio.de, Richard)

Oxford/Cambridge (pte035/07.10.2008/16:46) - Seit über 800 Jahren liefern sich die britischen Elite-Universitäten in Oxford http://www.ox.ac.uk und Cambridge http://www.cam.ac.uk ein erbittertes Duell. In erster Linie geht es bei dem akademischen Wettstreit darum, welche Bildungsinstitution die meisten wichtigen Persönlichkeiten des Landes wie Politiker oder Nobelpreisträger hervorgebracht hat. Wie der Guardian berichtet, verlagert sich dieses Duell zunehmend auch auf neue Schlachtfelder wie das Internet. So haben heute, Dienstag, beide Universitäten - eigenen Angaben zufolge jeweils unabhängig voneinander - einen speziellen Podcast-Kanal im Online-Music-Store iTunes ins Leben gerufen. Gemeinsam sollen so insgesamt an die 450 Stunden Video- und Audiomaterial aus den Universitätsarchiven kostenlos der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Neben des modernen Zugangs zum Wissen für die Allgemeinheit wollen die traditionsbehafteten Institutionen so aber wohl auch potenzielle neue Studenten auf den eigenen Campus locken, heißt es in dem Bericht.

"Wir hoffen, dass der neue Service die breit gefächerte Bandbreite an Audio- und Videomaterial unserer Universität besser zugänglich macht", wird John Hood, Vizedekan der Universität von Oxford, vom Guardian zitiert. Zielgruppe des Podcasts seien sowohl künftige Studienanwärter als auch ehemalige Studierende, Unterstützer der Universität und generell intellektuell interessierte Menschen. "Der Dienst ist nicht nur für Studenten und potenzielle Studienanfänger gedacht, sondern für die breite Öffentlichkeit", erklärt auch Greg Hayman, Leiter der Kommunikationsabteilung der Cambridge University. Beide Universitätsmitglieder verwehren sich gegen den Gedanken, dass der Start des Podcast-Services bewusst am selben Tag gewählt wurde, um den Wettbewerb zwischen den beiden Hochschulen weiter anzuheizen. Es sei ganz gewiss nicht die Absicht, ein "iTunes-Rennen um den akademischen Nachwuchs" vom Zaum zu brechen, betonen beide Universitätsvertreter.

"Im Bereich Studierenden-Marketing hinken die österreichischen Universitäten noch deutlich hinterher", stellt Brigitte Faißt, Leiterin des Student Point http://studentpoint.univie.ac.at , einer Beratungs- und Informationsplattform der Universität Wien, fest. Das Internet werde zwar bereits vielfach an den Hochschulen für die verschiedensten Zwecke eingesetzt. "Was das Werben um Studenten betrifft, bewegen wir uns aber noch auf der traditionellen Ebene der Face-to-Face-Kommunikation", ergänzt Faißt. Diese habe sich letztendlich auch über viele Jahre hinweg bewährt. "Das Internet ist sicherlich ein guter Weg für die Universitäten, um öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen. Was die Beratung und Information betrifft, ist das persönliche Gespräch aber auch weiterhin durch nichts zu ersetzen", meint Faißt.

Nach über acht Jahrhunderten liegen laut Guardian-Bericht die Universitäten Oxford und Cambridge in ihrem Wettstreit um die meisten prominenten Absolventen nahezu gleichauf. Während Oxford etwa inzwischen 25 britische Premierminister hervorgebracht hat, beansprucht Cambridge namhafte Persönlichkeiten wie Charles Darwin und Isaac Newton für sich.

(Ende)
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