pte20070213031 in Leben

Österreich braucht mehr Animation

Internationales Filmfestival "Tricky Women" beleuchtet die Szene


"Blue Karma Tiger" eingereicht von Mia Hulterstam (Schweden)

Wien (pte031/13.02.2007/12:50) Eine Animationsfilmindustrie ist in Österreich so gut wie nicht vorhanden. Dennoch wird Wien vom 1. bis 5. März in Wien zum Treffpunkt der internationalen Animationsfilmszene, wenn dort das Filmfestival "Tricky Women" http://www.culture2culture.at zum vierten Mal stattfindet. Es ist nicht nur das einzige Animationsfilmfestival in Österreich, es ist auch das weltweit einzige, das seinen Fokus ausschließlich auf die Arbeiten von Frauen legt. Ob das Festival zur Belebung dieser in Österreich kaum existenten Filmkunstform führen wird, muss sich noch zeigen. Eine wichtige Rolle spielen dabei vor allem die Filmförderstellen, die den Animationsfilm in Österreich noch nicht wahrnehmen.

"In den vergangenen Jahren haben wir versucht für ein Animationsfilmprojekt Förderungen zu erhalten, aber wir wurden abgelehnt", schildert Julia Bogner, Geschäftsführerin von Cinecartoon, http://www.cinecartoon.com , laut eigenen Angaben der einzigen Filmproduktion in Österreich, die auf Animation spezialisiert ist, ihre Erfahrungen im Gespräch mit pressetext. Fehlende Erfahrungswerte und Geldknappheit im Filmförderwesen seien die Ursachen dafür, dass die Förderstellen die Finger von Animationsfilmen lassen, so Werner Zappe von der Projektabteilung des österreichischen Filminstituts http://www.filminstitut.at . Abgesehen davon würden für die Realisierung eines Animationsfilms die Strukturen fehlen, sagt Zappe weiter im presstext-Gespräch.

Bogner sieht das ähnlich. "Eine Branche in der Form gibt es nicht. Daher ist es extrem schwierig", sagt sie weiter. Das Fehlen von Strukturen bedeute also auch höhere Kosten, da diese erst aufgebaut werden müssten, wie Zappe unterstreicht. "Entscheiden wir uns, ein Animationsfilmprojekt zu fördern, müsste zusätzlich noch in Filmstudios mit der entsprechend aufwändigen Software und Hardware investiert werden", beschreibt Zappe die Problematik. Allerdings könnte sich das in Zukunft ändern, wie er mit Verweis auf die neue Regierung sagt, die im Regierungsentwurf der Filmbranche mehr Förderungen zugesagt hatte (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=070113010 ).

"Tricky Women" sollte dem Animationsfilm bis dahin den Raum und die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit verschaffen. Höhepunkt der Veranstaltung ist die Preisverleihung am Sonntag, dem 4. März, mit einer internationaler dreiköpfigen Jury, darunter die US-Amerikanerin Trilby Schreiber, Professorin an der New Yorker School of Visual Arts http://www.schoolofvisualarts.edu . Insgesamt langten 435 Arbeiten ein, aus denen 56 ausgewählt wurden und auf die vier Preise warten. Der erste Platz ist der mit 3.650 Euro dotierte "Tricky Women Preis der Stadt Wien". Das Wiener Top Kino zeigt im Verlauf des Festivals 162 Arbeiten aus 30 Ländern. Den Schwerpunkt legt das Festival in diesem Jahr auf Länder mit langer Trickfilmtradition, wie Russland und die Ukraine. Aber auch Arbeiten aus Skandinavien werden dem Publikum näher gebracht. Und last but not least ist auch für die österreichische Animationsszene genügend Platz vorgesehen, denn laut den Veranstaltern Culture2Culture sei die Szene lebendiger denn je.

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