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pts20050916025 Tourismus/Reisen, Medien/Kommunikation

Nur 3 Meter breit - aber jedes Jahr drei Millionen Besucher aus aller Welt

Was die Drosselgasse zu einem touristischen Phänomen macht

Wiesbaden/Rüdesheim (pts025/16.09.2005/12:50) - Rüdesheim am Rhein Spricht man von der Drosselgasse http://www.drosselgasse.de , dann fallen Begriffe wie Stimmungslokale, Geselligkeit und Weingenuss. Doch was verbirgt sich hinter dem Phänomen der Drosselgasse? Über drei Millionen Gäste zieht es pro Jahr in den Touristenort Rüdesheim am Rhein http://www.ruedesheim.de . Über drei Millionen wollen die Geheimnisse und den Charme dieser 140 Meter langen und drei Meter breiten Gasse ergründen.

Woher trägt die Gasse ihren Namen? Neben romantischen Deutungsversuchen, wie: Die Winzer hätten der Weindrossel, die so gern an den süßen Trauben nascht, ein Denkmal setzen wollen. Oder: In den zahlreichen Gärten ringsumher hätten vorzugsweise Drosseln gesungen, demnach hätten in der benachbarten Amselgasse nur Amseln nisten dürfen. Alte Quellen aus dem Jahr 1650 belegen auch den Namen "Druschelgasse", der nach mundartlicher Sprechweise auf eine "Truschel" - gemeint ist eine "plumpe Frauenperson" - zurückzuführen ist.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Drosselgasse im 15. Jahrhundert, damals war sie bevorzugtes Quartier von Rheinschiffern. Man gelangte von der Straße in die engen Hinterhöfe nicht durch eigentliche Zufahrten, sondern nur durch den schmalen Hausflur, denn zum Inventar des Schiffers zählten nicht Zugtiere und Wagen, sondern Tauwerk, Ruder und Segeltuch, die sich leicht durch den Hausflur befördern ließen. Ihre Wasserfahrzeuge blieben hingegen am Rheinufer vertäut. Es etablierten sich Rüdesheimer Schifferdynastien. Das älteste Winzergasthaus in der Drosselgasse ist der "Drosselhof", der in traditionell rheinfränkischer Bauweise auf der einen Seite des Grundstücks das Wohnhaus mit Kelterhaus und Weinkeller aufwies und gegenüber - wegen des Geruchs strikt getrennt - den Stall, die Dunggrube und die Scheuer. Als vor einigen Jahren der einst niedrige Weinkeller des Drosselhofs vertieft wurde, stieß man auf die Gräber zweier römischer Legionäre - ein Beleg für das hohe Alter dieses Siedlungsbereiches in Rüdesheim.

Eine nächste Zäsur in der Historie der Drosselgasse stellt das 18. und 19. Jahrhundert dar. Neben der Schifferzunft, der Etablierung von Strausswirtschaften, wohnten auch illustre Bürger und höhere Beamte der kurmainzischen Landesregierung, so der Hofgerichtsrat von Fabis, in der Drosselgasse. Im Jahr 1806 bezog die herzoglich-nassauische Amtsverwaltung Quartier, dann 1854 die nassauische Landessteuerkasse, ab 1870 die königlich-preußische Kreisverwaltung und ab 1896 die königlich preußische Oberförsterei. Bei einem dieser Beamten, dem nassauischen Amtmann Friedrich Wilhelm Götz (1770 - 1823) weilte 1814 Johann Wolfgang von Goethe zum Mittagstisch.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert etablierte sich vor allem das Weinhaus "Drosselhof" zu einem beliebten Ausflugslokal, so der Baedecker Reiseführer. Der Schenken-Besitzer Johannes Müller erkannte früh, dass er angesichts des bereits damals vorhandenen Konkurrenzdruckes mit anderen Strausswirtschaften, etwas Besonderes präsentieren musste. Seine Idee: Rhein- und Trinklieder. Die Gäste sollten in Scharen angelockt werden, wenn fröhlicher Rundgesang aus seinem Lokal erscholl. Also animierte er junge Studenten der Binger Technischen Fachschule (Technikum) - wegen ihres bescheidenen Taschengeldes auch "die Groschebuwe" genannt - sonntags in seiner Weinstube fleißig ihre Kommerslieder zu singen, wofür er ihnen gratis Wein einschenkte.

1885 verfasste Otto Hausmann für den Drosselhof ein eigenes Hauslied: "Zu Rüdesheim in der Drosselgass ...", das von J. Pauli vertont wurde. Dieses Lied sollte später noch einmal zur Berühmtheit der kleinen Gasse beitragen. Zur Einweihung des Germania Denkmals, im September 1883, weilte gar der deutsche Kaiser in dem Städtchen, das wiederum eine Schar von Gästen anzog und einen wahren Denkmals-Boom auslöste. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges kam in Rüdesheim der Fremdenverkehr ganz zum Erliegen. Erst in den zwanziger Jahren, den "roaring twenties", erlebte die Gasse eine neue Blüte. Der neue Besitzer des "Drosselhofs", Gustav Düllberg, ging mit einer neuen Werbung auf "Touristenfang". Er grub das alte Hausmann'sche Drosselhof-Lied aus, ließ es in schwungvollem Arrangement auf kleine "Singola-Schallplatten" pressen, die zugleich Ansichtspostkarten waren und 30 Pfennige kosteten. Ferner sandte er das Hauslied auf regulären Schallplatten an alle Rundfunkanstalten mit der Bitte, das Lied so oft wie möglich zwischen den Sendungen zu spielen: "Zu Rüdesheim in der Drosselgass ...", tönte es immer wieder vielen Deutschen in den Ohren, bis sie schließlich eigens an den Rhein reisten, um endlich einmal die Drosselgasse zu erleben.

In der Zwischenzeit etablierten sich weitere Weinhäuser, so der "Lindenwirt", das "Rüdesheimer Schloss" oder der "Drosselmüller". Aber auch jetzt zeigte sich wieder, dass um die Gunst der Gäste gebuhlt wurde. Was sich als Quelle rheinischer Fröhlichkeit apostrophierte, war aber hinter den Kulissen keineswegs so fröhlich. Ein harter Konkurrenzkampf entbrannte: da waren die Tanzkapellen zu laut, dort standen auffällig gewandte Kellnerinnen wie Animierdamen an den Eingängen und es wurde ständig die Polizeistunde überschritten. Die Nachbarn beklagten, dass die Straßen mit Urin und Erbrochenem verunreinigt seien. Die drei armen Stadtpolizisten hatten alle Hände voll zu tun, um Schlägereien zu schlichten, Protokolle aufzunehmen und Feierabend zu bieten.

Eines Morgens früh um zwei Uhr vernahm ein Wachtmeister noch heftigen Lärm im Drosselhof. Als er in die Wirtsstube eintrat, um die Gäste ins Bett zu scheuchen, fand er den kompletten Magistrat vor, der nach einer Sitzung noch feuchtfröhlich zusammensaß. Bitter beklagte sich der Ordnungshüter in einem Schreiben, dass er nicht wüsste, wie er sich verhalten sollte, wenn er zudem noch von seinem Vorgesetzten ausgelacht werde.

Mit der "Machtergreifung" 1933 änderte sich auch "der Ton" in der Drosselgasse. Landrat Mülhens ordnete am 10. März 1933 an, dass in den Stimmungslokalen "nur eine dem deutschen Empfinden entsprechende Musik aufgeführt wird. Vor allen Dingen ist jede überlaute Jazzmusik mit Trommel, Becken und Saxophon untersagt." Ferner bemängelte er, dass nach übermäßigem Alkoholgenuss das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied gegrölt werde, was zu Unzuträglichkeiten mit anderen Gästen führe. Das Getöse in der Drosselgasse wurde noch ärger, als die NS-Organisation "Kraft durch Freude" während der 30iger Jahre die Stadt mit Gästen aus zahllosen Sonderzügen überschwemmte.

Mit Ausbruch des zweiten Weltkrieges verstummte auch die rheinische Fröhlichkeit und es wurde ruhig in der Drosselgasse. Am Katharinentag, den 25. November 1944, lag die Drosselgasse in einem Bombenteppich der Alliierten; die meisten Häuser wurden zerstört. So galt es in den Nachkriegsjahren die Drosselgasse wieder aufzubauen. Neben dem traditionellen Weinhaus, entstanden gastronomische Betriebe und Lokale, wie "Der Engel", "Die ewige Lampe" oder "Bei Hannelore". Jetzt wurde erstmals auch Bier ausgeschenkt und neue Werbestrategien entstanden. In den 50-er Jahren erlebte die Drosselgasse eine neue Blüte und der Massentourismus setzte verstärkt ein.

Erstmals versuchte man, Bustouristen anzuwerben, auch zählten seither ausländische Besucher zu einer attraktiven und kaufkraftstarken Gästegruppe.

Das Phänomen der "Drosselgasse" ist im Laufe der Jahrhunderte entstanden. Die Wirtegeneration erlebte Höhen und Tiefen und nur mit ihrem Engagement und neuen Werbestrategien ist der langfristige touristische Erfolg zu erklären. Der Massentourismus liegt in den 20-iger und 30-iger Jahren sowie in den 50-iger bis 70-iger Jahre begründet und dieses Image haftet der Gasse bis heute an. Doch das Pflaster in der Gasse hat sich geändert. Der neue Reiz liegt begründet in einer Mischung aus Fröhlichkeit, Lebendigkeit, Live-Musik; mediterranem Flair und Weinseligkeit. Die Stimmung ist einzigartig und sie überträgt sich.

Bereits erschienen:
Teil 1: Rüdesheim am Rhein - das ganze Jahr ein einziges Fest. Teil eins einer fünfteiligen Info-Reihe über eine Stadt voller Überraschungen
( http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=050909025 )

Nächste Folgen:
Teil 3: Rüdesheim am Rhein - Insider-Tipps voller Überraschungen. Mit Infos zum Rheinsteig und UNESCO Welterbe "Oberes Mittelrheintal".
(erscheint am 23.09.2005)

Teil 4: Rüdesheim am Rhein für Genießer - die Federweißen-Tage
(erscheint am 30.09.2005)

Teil 5: Einzigartig: ein Weihnachtsmarkt der Nationen - mit Riesenfeuerwerk
(erscheint am 07.10.2005)

Weitere Informationen erhalten Interessenten bei der

Rüdesheim Tourist AG
Frau Dr. Annette Biener
Marketing & Sales
Geisenheimerstr. 22
65385 Rüdesheim am Rhein/Germany
Tel.:06722-9061516
Fax: 06722-3485
E-Mail: annette.biener@ruedesheim.de
Web: http://www.ruedesheim.de

(Ende)
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