pte20041008033 in Leben

Taiwanesischer Gesundheitsminister warnt vor Vogelgrippe

Epidemie kann auch für Europa gefährlich werden


Wien/Gastein (pte033/08.10.2004/16:06) Der taiwanesische Gesundheitsminister Chien-Jen Chen hat im Rahmen des European Health Forum Gastein http://www.ehfg.org vor einem neuerlichen Ausbruch einer Vogelgrippe-Epidemie gewarnt. Der Minister nimmt in seiner Warnung Bezug auf neuerliche Ausbrüche in den Staaten Vietnam, Thailand, China und Indonesien.

Die Nachricht, dass in Thailand der erste Fall von Mensch-zu-Mensch-Übertragung vermutet wird, lässt Schlimmeres befürchten: Sollte sich der Verdacht bestätigen und eine Übertragung des Vogelgrippe-Virus von Mensch zu Mensch möglich sein, so würde dies schwere Folgen weltweit haben. "Die Krankheit würde sich rasant und exponentiell ausbreiten. Eine infizierte Person könnte die Krankheit auf mehrere Personen gleichzeitig übertragen. Hier liegt ein Vergleich mit SARS nahe, der Virus könnte sich weltweit vermehren. Von Asien bis hin in die USA und nach Europa", warnt Chen. Das Risiko gebe es bereits jetzt. Potenzielle Risikofaktoren sind Zugvögel sowie Lebend-Geflügel-Importe aus Asien. Würde ein Mensch gleichzeitig mit einem herkömmlichen Grippevirus und dem Geflügelpest-Virus infiziert werden, könnte es zur Neubildung eines Grippevirus kommen, der die gesamte Menschheit treffen könnte.

Taiwan sei bis dato sehr erfolgreich im Kampf gegen die Vogelgrippe, es konnte noch kein Fall des H5N1 Virus nachgewiesen werden. Dennoch besteht erhöhte Alarmbereitschaft. Die Geflügelpest wird durch ein Influenza-Virus hervorgerufen und in seltenen Fällen von Geflügel auf Menschen übertragen. Die Infektion erfolgt über direkten Kontakt, das Einatmen von Kotstaub sowie den Verzehr von ungekochtem Hühnerfleisch bzw. Eiern, erklärte der Minister, der selbst studierter Mediziner ist und seit vielen Jahren als Professor an nationalen und internationalen Universitäten lehrt.

Auf die Frage über das Gesundheitsmodell der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) in Taiwan erklärte Chen, dass die lokale Gesundheitsreform diese forciere. Die Patienten bekommen die Kosten für die Behandlungen zurückerstattet. "Damit fließt ein Prozent der gesamten staatlichen Gesundheitsausgaben in die Förderung der TCM", erklärte Cheng gegenüber pte. Viele Spitäler bieten diese traditionellen Methoden an und werden auch bei weiteren Forschungen diesbezüglich unterstützt. Ziel sei es, die moderne westliche Medizin und die traditionelle chinesische Medizin miteinander zu ergänzen. Denn viele Krankheitsbilder sind mit der alten, fernöstlichen Methode ideal behandelbar.

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