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pte20081117016 Medien/Kommunikation, Medizin/Wellness

Gewalt in Videospielen schadet der Gesundheit

Forscher stellen Verschlechterung bei Schlaf und Herzrhythmus fest


Auch im Spiel macht Gewalt oder Gewaltfreiheit einen Unterschied (Foto: Anita Patterson Peppers)
Auch im Spiel macht Gewalt oder Gewaltfreiheit einen Unterschied (Foto: Anita Patterson Peppers)

Stockholm (pte016/17.11.2008/12:15) - Gewalt in Computer- oder Konsolenspielen schädigt die Gesundheit, indem sie Puls und Schlafqualität beeinträchtigt. Das ergab eine in der Fachzeitschrift "Acta Paedriatica" veröffentlichte Untersuchung von Burschen im Alter von 12 bis 15 Jahren, deren körperliche Reaktionen während des Videospielens und in der Zeit danach beobachtet wurden. Demnach schadet gespielte Gewalt besonders Kindern, die häufig spielen. "Wenn der Körper tagtäglich auf diese Weise belastet wird, hat das ernstzunehmende Konsequenzen", betont Studienleiter Frank Lindblad von der Universität Stockholm http://www.su.se/english im pressetext-Interview. Die im Test verwendete Methode erlaubt, physiologische Auswirkungen eines Video- oder Computerspiels bei verschiedenen Arten von Spielen zu unterscheiden.

Dazu spielten die Jugendlichen am Abend zwei verschiedene Videospiele. Eines davon beinhaltete eindeutige Gewaltdarstellungen, das andere war ein gewaltfreies Spiel, das jedoch im Spannungsaufbau dem ersten Spiel sehr ähnlich war. Während des Spiels wurden verschiedene Werte der Probanden gemessen, unter anderem ihr Herzschlag. Dieser erwies sich bei Gewaltspielen als weitaus unregelmäßiger, und zwar nicht nur während der Spieldauer, sondern auch im Schlaf in der darauf folgenden Nacht. Die Jugendlichen bemerkten am nächsten Morgen jedoch nicht, dass sie in der Nacht schlechter geschlafen hatten. "Mit dem autonomen Nervensystem werden somit auch zentrale physiologische Systeme des Körpers bei Gewaltspielen beeinträchtigt, ohne dass es der Betroffene spürt", resümieren die Forscher.

Dass Vielspieler weniger als Gelegenheitsspieler auf Gewalt reagieren, konnte die Studie nicht bestätigen. Lindblad vermutet bei jüngeren Spielern eine stärkere negative Auswirkung der spielerischen Konfrontation mit Gewalt auf das biologische System. "Aus ethnischen Gründen haben wir jedoch keine diesbezüglichen Tests unternommen", erklärt der Experte für Kinderpsychiatrie. Für eindeutige Rückschlüsse über langfristige Beeinflussungen sei es noch zu früh, die angewandte Methode erweitere jedoch das Wissen über Mechanismen hinter dem schon öfters beschriebenen Zusammenhang zwischen Gewaltspielen und aggressivem Verhalten. "Die Untersuchungen könnten in eine Forderung an die Spielindustrie münden, aus gesundheitlichen Gründen Gewalt aus den Spielen zu nehmen", so Lindblad abschließend.

(Ende)
Aussender: pressetext.austria
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