Früchte machen guten Treibstoff
Fruchtzucker könnte neben Plastikabfall auch zu Biosprit werden
Madison (pte001/22.06.2007/06:05) Der Zucker von Äpfeln und Orangen könnte in Zukunft zur Herstellung von Biotreibstoffen für Autos genutzt werden, berichten Forscher der University of Wisconsin - Madison http://www.wisc.edu im Wissenschaftsmagazin Nature. Britische Wissenschaftler berichten indessen in einer Studie, dass auch Abfälle wie etwa Plastiktüten sich hervorragend als Rohstoffe zur Herstellung von Treibstoffen eignen, berichtet BBC-Online.
Kritiker haben in den vergangenen Wochen immer wieder angemerkt, Lebensmittel nicht zur Herstellung von Treibstoffen zu nutzen, weil dies die Kosten der Nahrungsmittel immens verteuern werde und zudem Bauern dazu dränge, statt Nahrungsmittel nur noch Rohstoffe für die Treibstoffe anzubauen. Innerhalb der EU und auch in den USA sind hingegen die Bestrebungen den Anteil von Biotreibstoffen deutlich zu heben, um damit den CO2-Ausstoß zu verringern, deutlich zu vernehmen. Ein weiteres Argument der Biotreibstoff-Befürworter ist die Verringerung der Abhängigkeit vom Rohöl.
James Dumesic und sein Team von der University of Wisconsin haben einen Treibstoff gefunden, der wesentlich bessere Eigenschaften aufweist als Ethanol. Die Substanz namens 2,5-Dimethylfuran (DMF) enthält um 40 Prozent mehr Energie als Ethanol, verdampft nicht so leicht wie sein Konkurrent und hat auch nicht die Eigenschaft Wasser aus der Umgebung aufzunehmen. Der Siedepunkt des Stoffes liegt um 20 Grad höher als der von Ethanol. Die Forscher haben gezeigt, dass zur Herstellung des Treibstoffes Fruchtzucker (Fruktose) verwendet werden kann. Daraus wird eine Substanz namens Hydroxymethylfurfural (HMF) hergestellt, aus der mit Hilfe von Katalysatoren schließlich der Treibstoff hergestellt wird. Allerdings kann man auch Stärke aus Biomasse - zum Beispiel aus Mais oder Zuckerrohr - mithilfe von Enzymen in Fruktose umwandeln und daraus DMF gewinnen. Unklar sei, berichtet BBC, welche Auswirkungen der neue Treibstoff auf die Umwelt habe.
Große Zukunftshoffnungen hegen die Forscher für Biomass-To-Liquid-Verfahren (BTL-Verfahren). Das ist der Sammelbegriff für alle diejenigen Verfahren, die aus Biomasse flüssige, synthetische Kraftstoffe erzeugen. Dabei wird üblicherweise die Biomasse mittels Pyrolyse - bei Hitze - in Synthesegas überführt. Dieses Synthesegas kann zu Alkanen verschiedener Länge umgebaut werden. Das bisher größte Hindernis der Treibstoffherstellung aus Biomasse sind die verhältnismäßig hohen Kosten.
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