pte20000817026 in Leben
Österreichs Trinkwasser zunehmend Nitrat-belastet
Wasser aus den Hochalpen hat Spitzenqualität, Grundwasser schneidet schlecht ab
Wien (pte026/17.08.2000/13:11)
Das österreichische Wasser wird zunehmend schlechter, insbesondere in Gebieten wo intensive Landwirtschaft betrieben wird. "Die meisten Verbraucher von Trinkwasser kennen den Härtegrad und den Nitratwert nicht", sagte die Konsumentensprecherin der Grünen Gabriela Moser heute , Donnerstag, anlässlich eine Pressekonferenz. Die Grünen http://www.gruene.at fordern daher auch in Österreich die Durchsetzung der EU-Richtlinien für Nitratwerte, sowie eine offene Informationspoltik der Wasserversorger."In den Alpen hat das österreichische Wasser Spitzenqualität, aber in Gebieten wo intensiv Landwirtschaft betrieben wird, lässt die Qualität zu wünschen übrig", so Moser. Die Belastung des österreichischen Trinkwassers mit gesundheitsgefährdeten Schadstoffen habe sich laut Gewässerschutzbericht 1999 teilweise sogar verschlechtert. Von 934 Nitrat-Messstellen musste bei mehr als 23 Prozent ein steigender Trend festgestellt werden. Nur bei zehn Prozent der Messstellen sei eine Verbesserung festgestellt worden. Die Sanierung der Nitratbelastung im Grundwasser sei gescheitert. Es wurde keine einzige Beschränkung der Gülleaufbringung verordnet.
"Die EU ermahnte Österreich und klagte wegen mangelnder Umsetzung der Nitratrichtlinien", so Moser. Doch nicht nur Nitrate allein, sondern auch andere schädliche Stoffe wären im Trinkwasser zu finden: über 200.000 Menschen in Nieder- und Oberösterreich sind von erhöhten Atrazin-Werten im Trinkwasser betroffen. Atrazin ist ein Pestizid, das in Österreich verboten ist. "Insgesamt 155 Wasserversorger arbeiten bei Atrazin mit Ausnahmegenehmigungen", so Moser.
Eine neue Art der Wasserbelastung drohe aber durch Hormone. Das Projekt ARCEM, ein Gemeinschaftsprojekt des Bundes über die Folgen von hormonwirksamen Stoffen in der aquatischen Umwelt, wird bis 2003 abgeschlossen sein. Umwelthormone werden mit möglichen schädlichen Auswirkungen wie Fortpflanzungs- und Entwicklungsstörungen bei Tieren und einer Zunahme von Brust- und Hodenkrebs sowie Genitalfehlbildungen beim Menschen in Verbindung gebracht. Mit dem Programm ARCEM soll das tatsächliche Risiko dieser Substanzen erforscht werden. Insgesamt kostet das Projekt 16,5 Mio. Schilling. http://www.ksa.at/regionen/ooe/presse_hormone.html
Ein Vorreiter bei der Informationspolitk über Wasser ist die Stadt Wien. Das Wasserwerk kläre dort auf drei Ebenen auf: in der Stadtzeitung "Unser Wien", auf der Rückseite der Wasserrrechnung und auf der Homepage von Wien Online http://www.magwien.gv.at/ma31/wasweg6a.htm werden die Daten zum Wiener Wasser öffentlich zugänglich gemacht. "Das Wasserwerk übernimmt für die Qualität des Wassers bis zum Wasserzähler die Verantwortung, alles was dann passiert, liegt außerhalb des Wirkungsbereiches", sagt Walter Kling, Abteilungsleiter der Wiener Wasserwerke zu pressetext.austria. In manchen Wohnanlagen Vorarlbergs werden Phosphate gegen die Verkalkung eingesetzt. Die Mieter wurden davon nicht in Kenntnis gesetzt. Eine Haftung für solche Beimengungen könne aber unmöglich vom Wasserwerk übernommen werden.
Die Grünen fordern eine klare und verlässliche Trinkwasser-Informationspolitik aller Versorger und Gemeinden, daher müsse im bevorstehenden Entwurf zur Trinkwasserverordnung eine Offenlegung aller Inhalts- und Zusatzstoffe erfolgen. Nur dann kann es im sensiblen Bereich der Trinkwasserversorgung zu wirksamen Sanierungsschritten kommen", so Moser. (Ende)
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