pte20260112017 in Forschung

Ältere verbreiten Fake News bereitwilliger

Wissenschaftler der University of Utah hat Web-Nutzung und Experimentdaten ausgewertet


Fake News: Viele ältere Semester teilen diese bereitwilliger (Foto: pixabay.com, viarami)
Fake News: Viele ältere Semester teilen diese bereitwilliger (Foto: pixabay.com, viarami)

Salt Lake City (pte017/12.01.2026/13:59)

Ältere Erwachsene erkennen Falschinformationen zwar, sind aber zugleich eher als jüngere Erwachsene dazu geneigt, diese online zu liken und/oder zu teilen. Zu dem Schluss kommt Ben Lyons von der University of Utah im Rahmen seiner aktuellen Forschungsarbeit.

"Kongruenz-Bias"

Der Experte begründet dieses Paradoxon mit der Parteilichkeit und dem sogenannten "Kongruenz-Bias". Damit gemeint ist die Tendenz, Infos zu suchen und zu glauben, die bestehende Überzeugungen bestätigen, während widersprüchliche Infos vermieden oder zurückgewiesen werden. Viele überschätzen sich zudem mit dem Erkennen von Fake News, wie pressetext berichtete.

"Ältere Erwachsene zeigen deutlich mehr Kongruenz-Bias. Sie legen laut Selbstauskunft Wert auf Genauigkeit, aber diese altersgebundenen politischen Merkmale - Interesse, politische Raffinesse und die Stärke parteipolitischer Effekte - können in der Praxis neu definieren, was als korrekt gilt, indem Wahrheit durch parteipolitische Identität gefiltert wird", so Lyons.

Digitalkompetenz sinkt

Der Fachmann hat Experimentdaten von rund 10.000 Teilnehmern sowie Web-Nutzungsstatistiken von etwa 4.500 Personen untersucht. Ergebnis: Erwachsene über 60 stehen Fake News ebenso skeptisch gegenüber wie jüngere Menschen. Trotzdem neigen ältere Erwachsene dem Wissenschaftler zufolge eher dazu, Fehlinformationen zu lesen und zu teilen als Jüngere.

"Die digitale Kompetenz nimmt mit dem Alter tatsächlich ab, was nicht überraschend ist. Aber die Nachrichtenkompetenz ist in diesen Stichproben durchweg höher; sie steigt mit dem Alter." Erwachsene über 60 verfügen über weniger Fähigkeiten und Verständnis im Umgang mit Online-Umgebungen, aber haben ein besseres Verständnis davon, wie News produziert werden.

Kognitives Altern bedeute nicht nur Abbau. Ältere Erwachsene verlören zwar möglicherweise episodisches Gedächtnis, Verarbeitungsgeschwindigkeit und fluide Fähigkeiten, erzielen jedoch oft höhere Werte bei Tests zu semantischem Gedächtnis, Allgemeinwissen und Emotionsregulation - Eigenschaften, die beim Erkennen von Fake News hilfreich sein können.

(Ende)
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