pte20000721010 in Forschung
"Fingerabdruck" von Papier verrät Verbrechen
Jeder Posten Papier besitzt charakteristische Merkmale
Sydney/Australien (pte010/21.07.2000/11:00)
Ganz gewöhnliches Papier kann einiges verraten, denn jeder Posten Papier hat seinen charakteristischen, chemischen "Fingerabdruck", berichtet das britische Fachmagazin NewScientist. http://www.newscientist.com/news/news_224824.html So konnten australische Forscher selbst bei schlichtem, weißem Schreibmaschinenpapier eindeutige Unterschiede identifizieren. Damit ließe sich in Zukunft nachweisen, ob etwa eine Seite nachträglich in ein Dokument eingefügt wurde, oder ob das Papier gefälschter Banknoten mit Papier in der Wohnung der Verdächtigen übereinstimmt.Bisher kommt bei Papierkontrollen in polizeilichen Ermittlungen nur das Mikroskop zum Einsatz. Spezialisten vergleichen Faserstrukturen oder Dicke und Farbe "verdächtigen" Papiers. Bei weißem Standardpapier stößt die Methode schnell an ihre Grenzen. Anders die Massenspektrometrie, die John Byrne von der University of Technology in Sydney http://www.uts.edu.au/ und Lindsay Spence vom Queensland Police Service in Brisbane jetzt erprobten. Anhand der chemischen Spurenelemente im Papier lassen sich auch gleich aussehende Papiere schnell und sicher unterscheiden.
"Jedes Material enthält die halbe chemische Elemente-Tafel in mehr oder wenigen großen Mengen", erklärt Byrne. Sein Team suchte in 17 verschiedenen Papiersorten aus der ganzen Welt nach Spuren von 23 Elementen. Neun davon konnten sie verlässlich messen, und stellten fest, dass sie für die eindeutige Unterscheidung ihrer 17 Proben nur zwei der Werte benötigten: Mangan und Strontium. Die Kenntnis aller neun Werte sollte ausreichen, um hunderte verschiedener Papiertypen eindeutig unterscheiden zu können, sagen die Forscher.
Auch das Verarbeiten oder Bedrucken des Papiers störte die Testwerte nicht. "Diese Technik verspricht gute Langzeit-Anwendungen für eine Vielzahl von Materialien", so Byrne. Bevor die Methode allerdings in polizeilichen Ermittlungen zum Einsatz kommt, müssten laut Spence noch die Auswirkungen zahlreicher möglicher Verunreinigungen getestet werden: Vom Orangensaft oder Kaffee, der über das Papier lief, bis zu Spezialchemikalien, mit denen die Polizei menschliche Fingerabdrücke auf Papier sichtbar macht. (wsa/NewScientist) (Ende)
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