pte20260204013 in Leben

Hochverarbeitetes schadet Krebsüberlebenden

Laut neuer Analyse von IRCCS Neuromed werden viele Mechanismen des Körpers beeinträchtigt


Fastfood: Essen meist hochverarbeitet und somit ungesund (Foto: pixabay.com, MD.Osman GANI)
Fastfood: Essen meist hochverarbeitet und somit ungesund (Foto: pixabay.com, MD.Osman GANI)

Pozzilli (pte013/04.02.2026/10:30)

Überlebende von Krebserkrankungen sollten weniger stark verarbeitete Lebensmittel essen. So könnten sie länger und gesünder weiterleben, zeigt eine Studie von IRCCS Neuromed unter der Leitung von Marialaura Bonaccio. Die an der industriellen Verarbeitung von Lebensmitteln beteiligten Substanzen können Stoffwechselvorgänge beeinflussen, das Mikrobiom des Darms stören und Entzündungen fördern, heißt es. Details sind in "Cancer Epidemiology Biomarkers & Prevention" nachzulesen.

802 Überlebende analysiert

Auch wenn hochverarbeitete Lebensmittel über eine ähnliche Menge an Kalorien und eine vergleichbare Nährstoffzusammensetzung verfügen, können sie für den Körper schädlich sein, betonen die Fachleute. Im Rahmen der "MOLI-SANI"-Studie hat das Team 24.325 Personen von März 2005 bis Dezember 2022 begleitet. Zu Beginn waren sie über 35 Jahre alt und lebten in Molise, in Süden Italiens. In dieser Kohorte wurden 802 Teilnehmende identifiziert, die Krebserkrankungen überlebt hatten.

Es handelte sich dabei um 476 Frauen und 326 Männer. Sie hatten mittels der "European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition" über einen Fragebogens Informationen zu ihrer Ernährung zur Verfügung gestellt. Das sogenannte "NOVA"-Klassifikationssystem wurde dafür eingesetzt festzustellen, ob ein Lebensmittel stark verarbeitet war oder nicht.

Der Anteil an hochverarbeiteten Lebensmitteln in der Ernährung wurde auf zwei Arten und Weisen berechnet - durch den Gewichtsanteil der hochverarbeiteten Lebensmittel an den täglich konsumierten Nahrungsmitteln und Getränken sowie durch das Energieverhältnis. Dabei handelt es sich um die gesamten Kalorien aus stark verarbeiteten Lebensmitteln pro Tag in Hinblick auf die insgesamt aufgenommenen Kalorien.

Die Teilnehmenden sind dann, basierend auf dem Gewichtsanteil der konsumierten, stark verarbeiteten Lebensmittel, in drei Gruppen aufgeteilt worden. Dabei wurde eine Vielzahl an Faktoren wie die Demografie, das Rauchverhalten, der BMI, die medizinische Vorgeschichte oder die Art der Krebserkrankung berücksichtigt.

Sterberisiko steigt deutlich

Während der medianen Nachbeobachtung von 14,6 Jahren kam es bei den 802 Krebsüberlebenden zu 281 Todesfällen. Personen im höchsten Drittel des Konsums von hochverarbeiteten Lebensmitteln in Hinblick auf den Gewichtsanteil verfügten über eine um 48 Prozent höhere Sterberate aufgrund jeglicher Ursache. Mit 57 Prozent war der Anteil der Todesfälle aufgrund von Krebs noch deutlich höher als bei dem Drittel der Teilnehmer, die sich im untersten Drittel des Konsums befanden.

Ein höherer Energieanteil aufgrund von stark verarbeiteten Lebensmitteln erbrachte bei Krebs ähnliche Ergebnisse, jedoch nicht aufgrund von anderen Todesursachen. Zusätzlich haben die Forscher mögliche biologische Mechanismen untersucht, die durch hochverarbeitete Lebensmittel beeinflusst werden könnten. Dafür sind Biomarker der Entzündung, des Stoffwechsels und von Herz sowie Kreislauf analysiert worden.

Nach der Berücksichtigung der Entzündungswerte und der Ruheherzfrequenz hat sich der Zusammenhang zwischen hochverarbeiteten Lebensmitteln und Todesfällen aufgrund aller Ursachen um 37,3 Prozent verringert. Die Forscher haben zudem sieben Gruppen dieser Nahrungsmittel, wie künstlich und mit Zucker gesüßte Getränke, künstliche Süßstoffe, Milch- und Käseprodukte sowie Produkte mit einem hohen Anteil an Fett, untersucht. Manche standen mit einer höheren Sterblichkeit in Zusammenhang andere wiesen kein klares Muster auf.

Generell steht die Zunahme des Konsums an stark verarbeiteten Lebensmitteln steht mit einem erhöhten Risiko von Prädiabetes in Zusammenhang. Das zeigt eine Studie der Keck School of Medicine of USC, wie pressetext berichtete. Zudem nehmen einem anderen pressetext-Artikel nach frühzeitige Todesfälle, die dem Konsum von hochverarbeiteten Lebensmitteln zuzuschreiben sind, aufgrund ihres Anteils an der gesamten Energiezufuhr einer Person zu, so eine Studie der Oswaldo Cruz Foundation.

(Ende)
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