pts20100308010 Medizin/Wellness, Sport/Events

Fußball-WM 1990: Der heimliche Meistermacher

Professor Heinz Liesen erinnert sich an das Geheimnis der gelben Flaschen


Bonn (pts010/08.03.2010/10:00) Eigentlich war Prof. Dr. med. Heinz Liesen kein ausgesprochener Fußballfan. Sein Herz schlug eher für den Hockeysport, dessen Nationalmannschaft er neben den Nordischen Kombinierern erfolgreich betreute. Doch das war, bevor Franz Beckenbauer auf ihn aufmerksam wurde. Der "Kaiser", 1984 Teamchef der DFB-Auswahl geworden, besuchte einen der Vorträge des Kölner Sportmediziners und sagte ihm danach "das, was Sie da im Hockey machen, brauchen wir im Fußball, ich melde mich bei Ihnen". Gesagt getan: 1985 holte Beckenbauer Prof. Dr. med. Heinz Liesen als medizinischen Betreuer ins deutsche Fußballlager. "Bei den Weltmeisterschaften in Mexiko und Italien kamen mir meine Erfahrungen zugute, die ich in heißen Ländern wie Pakistan und Indien mit der Hockeynationalmannschaft gesammelt hatte", erinnert sich Professor Liesen.

Schon nach den ersten Spielen unter der sengenden mexikanischen Sonne wurde deutlich: während konkurrierende Fußball-Teams mehr und mehr abbauten, liefen die deutschen Kicker trotz der ungewohnten Temperaturen und der Höhenbedingungen zu immer besserer Form auf. "Der Hauptgrund war" erinnert sich der Sportmediziner, "ich habe einfach dafür gesorgt, dass unsere Spieler schon während und sofort nach den Kräfte zehrenden Spielen ausreichend mit Mineralien und Spurenelementen versorgt wurden, um möglichst sofort die Regeneration einzuleiten."

Liesen heute: "Wir hatten in unserem Kölner Arbeitskreis festgestellt, dass es bei einem Mangel an Mineralien, wie z. B. Magnesium, aber auch Spurenelementen, keine Trainingsanpassungen gab. Wurde dagegen mit Mineralstoffen substituiert, stellten sich die gewünschten Trainingseffekte nach kurzer Zeit ein. Der Körper des Leistungssportlers braucht eine ganze Reihe von Mineralstoffen und Spurenelementen, die damals im Einzelnen gar nicht messbar waren." Da Liesen zudem wusste, dass im Wettkampf und in der Regenerationsphase unterschiedliche Anforderungen an ein Sportgetränk zu stellen sind, war dies die große Herausforderung: ein Getränk zu entwickeln, das den Sportler in beiden Situationen optimal versorgt.

Die Spieler mussten bereits im Training lernen, alle 10 Minuten davon zu trinken. So konnten die verbrauchten Mineralstoffe und Spurenelemente noch während des Spiels ersetzt werden. Der Energiestoffwechsel baute nicht ab und eine evtl. Übersäuerung wurde schneller ausgeglichen. Beigegebenes Maltodextrin sorgte zudem für im Spiel benötigte Kohlenhydrate. Ebenso wie die von Liesen geforderten Vollkornnudeln, die der Professor und damalige Dozent an der Kölner Sporthochschule gegen den Willen des Mannschafts-Kochs durchsetzte (Der "Spaghetti-Krieg" ging damals durch alle Medien!).

Das Geheimnis des Erfolges verbarg sich also tatsächlich in den damals in der Presse immer wieder erwähnten gelben Flaschen. "Geheimnisumwittert" waren sie damals. Aber es steckte auch wirklich sehr viel Pioniergeist in der Entwicklung des "Zaubertranks". So wurde in zahlreichen Tests das Sportgetränk immer weiter ausgereift und basierte letztlich auf dem vom schwedischen Ernährungsforscher Ragnar Berg entwickelten "Basica" (das Produkt ist heute 80 Jahre alt!), das vom Mineralstoffspezialisten Protina in Ismaning produziert wurde.

Erst 1990, also kurz vor der WM in Italien, wurde das endgültige Spezialgetränk, das für Training, Spiel und Regeneration ideal geeignet war, fertig. Fieberhaft hatten die Protina-Entwickler gemeinsam mit Liesen an der perfekten Zusammensetzung des Sportgetränks getüftelt - buchstäblich bis zur letzten Minute: Das "Endprodukt", das heute 20 jähriges Jubiläum feiert und als "Basica Sport" in der Apotheke erhältlich ist, wurde unmittelbar vor Abflug der WM-Crew mit einem VW-Bus bis an den Flieger gefahren. Mit Riesenerfolg: Deutschland kehrte als Weltmeister zurück!

Prof. Dr. Heinz Liesen war seiner Zeit weit voraus. Er gilt als Begründer der heute üblichen Leistungsdiagnostik im Fußball, z. B. mit Laktat-Leistungstests, die Basis-, Ausdauer- und Regenerationsfähigkeit eines Spielers anzeigen oder mit der systematischen Versorgung mit Mineralien, Spurenelementen, Vitaminen und Kohlenhydraten. Dieses und vieles mehr hat er als Pionier in den Leistungssport eingebracht.

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