pte20260330004 in Forschung

Austernschalen fangen bald seltene Erden ein

Forscher des Trinity College Dublin entwickeln einen ökologischen und wirtschaftlichen Prozess


Austern: Schalen generieren seltene Erden (Foto: Brigitte Werner, pixabay.com)
Austern: Schalen generieren seltene Erden (Foto: Brigitte Werner, pixabay.com)

Dublin (pte004/30.03.2026/06:15)

Muschelschalen, vor allem die der Auster, stellen künftig die Versorgung moderner Technologie mit Seltenerdmetallen sicher. Forscher des Trinity College Dublin haben eine kostengünstige und umweltfreundliche Technik zur Entfernung der Wertstoffe aus industriellen Abwässern entwickelt. Es lässt sich auch nutzen, um diese Metalle aus Thermalwässern zu gewinnen, was einen Teil des zerstörerischen bergmännischen Gewinnungsverfahrens überflüssig macht.

Seltene Erden schädigen Umwelt

Gelangen Seltene Erden in Flüsse oder Seen, können sie sich in aquatischen Ökosystemen anreichern und Mikroorganismen, Pflanzen und Tiere schädigen. Die Suche nach einfachen und nachhaltigen Methoden zur Entfernung von seltenen Erden aus dem Wasser ist daher eine zunehmend dringliche ökologische Herausforderung - abgesehen davon, dass so auch ein wichtiger Versorgungsengpass beseitigt wird.

In Laborexperimenten hat das Team vom Trinity College Dublin zerkleinerte Schalen von Miesmuscheln, Herzmuscheln und Austern solchen Lösungen ausgesetzt, die Seltenerdelemente enthalten. Das Team um Rémi Rateau hat dabei entdeckt, dass die Schalen eine chemische Reaktion auslösen, bei der sich die Mineralien in den Schalen auflösen und durch neue Mineralien ersetzt werden, die Seltenerdelemente enthalten.

Millionen Tonnen Muschelschalen

Genauer gesagt verdrängen die seltenen Erden die Kalzium-Atome aus den Karbonaten, die die Muschelschalen ausmachen. Es entstehen neue Karbonate, die die Seltenerdmetalle binden. In einem zweiten Schritt können sie in reiner Form gewonnen werden. Austernschalen funktionierten am besten. Pro Gramm fingen sie 1,5 Gramm Seltenerdmetalle ein, so die Wissenschaftler.

"Es genügen also schon kleine Mengen an Muschelabfällen, um erhebliche Mengen an Seltenerdmetallen aus kontaminiertem Wasser entfernen. Jedes Jahr fallen in der weltweiten Aquakulturindustrie Millionen Tonnen an Muschelschalenabfällen an, von denen ein Großteil entsorgt oder auf Deponien gebracht wird. Die Umnutzung dieser Abfälle könnte daher sowohl ein Instrument zur Umweltsanierung als auch einen nachhaltigen Recyclingweg bieten", sagt Rateau.

Aus Süßwasseralgen stellt ein Team um Bello Makama von der Nicholls State University übrigens Biodiesel her. Ohne Katalysator geht das allerdings nicht. Dieser treibt im Normalfall die Kosten für die Produktion von Treibstoffen aus Pflanzen in die Höhe - oft so stark, dass sich das Verfahren nicht lohnt. Makamas Team bekommt ihn dagegen zum Nulltarif. Den benötigten Kat finden die Forscher in der Nachbarschaft des Instituts, wie presstext berichtete.

(Ende)
Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Wolfgang Kempkens
Tel.: +43-1-81140-300
E-Mail: kempkens@pressetext.com
Website: www.pressetext.com
|