Influencer können ihre Follower krank machen
Dubiose Ratschläge bei Medikamenten - Verhängnisvolle Verknüpfung von Werbung und Privatem
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Infuencer: können im Medizinbereich gefährlich sein (Bild: Moondance, pixabay.com) |
Wien/Innsbruck/Chicago (pte001/30.03.2026/06:00)
Influencer, die in sozialen Medien für verschreibungspflichtige Medikamente werben, sind eine Gefahr für die Gesundheit ihrer Follower. Davor warnen Forscher des Management Center Innsbruck (MCI), der Universität Wien und verschiedener Hochschulen in den USA in einem Beitrag für "JAMA Network Open".
Besorgniserregendes Muster
Die Forscher des MCI und der Universität Wien haben zahlreiche Studien zu Influencern ausgewertet, die verschreibungspflichtige Medikamente bewerben. Das besorgniserregende Muster: Influencer-Werbung birgt ein hohes Risiko für Fehlinformationen, da viele Ratgeber weit über ihre Fachkenntnisse hinausgehen, falls überhaupt vorhanden.
So wird die Wirkung der Medikamente übertrieben dargestellt, während gefährliche Nebenwirkungen verschwiegen werden. Das ergänzt frühere Warnungen, wie pressetext berichtete. Fake News aus diesen Quellen führen sogar zu Forderungen, das Influencer-Wesen zu regulieren, wie pressetext ebenfalls berichtete.
Die Menschen können wenig dagegen tun, außer auf die Ratschläge generell zu verzichten, da aktuelle Vorschriften oft vage und in den sozialen Medien schwer durchzusetzen sind, heißt es. Hinzu komme, dass diese Werbemaßnahmen so geschickt formuliert seien, dass die Grenzen zwischen echten persönlichen Geschichten und bezahlter Werbung verwischten.
Werbung nicht gekennzeichnet
"Wenn man eine Fernsehsendung sieht oder eine Zeitschrift liest, erscheinen Werbeanzeigen als eigenständige Elemente, doch in den Bereichen der sozialen Medien ist das nicht immer der Fall. Auf Plattformen wie TikTok und Instagram fügen sich Anzeigen in alltägliche Inhalte ein, die von Creators bereitgestellt werden, denen Nutzer in bestimmten Nischen folgen", kritisieren die Forscher in ihrem Paper.
Da viele Influencer Privatleben und Probleme online teilen, entwickelten viele Follower einseitige parasoziale Beziehungen zu ihnen. Diese Verbindung macht Influencer äußerst überzeugend. Ihre emotionalen Geschichten schaffen Vertrauen und führen dazu, dass Follower die von ihnen gegebenen medizinischen Ratschläge weniger hinterfragen, heißt es.
Spricht also ein Influencer darüber, wie ihm ein Medikament geholfen hat, konzentrieren sich die Follower eher auf die emotionale Wirkung der Geschichte als auf wissenschaftliche Belege, wodurch sie die Empfehlung eher akzeptieren, unterstreichen die Wissenschaftler.
Warnung vor Ärzten als Influencer
Die Situation kann jedoch noch undurchsichtiger werden, wenn nämlich Ärzte als Influencer auftreten, betonen die Forscher. Die Autorität, die ihr Beruf mit sich bringt, führt oft dazu, dass Menschen ihren Ratschlägen bedingungslos vertrauen, wie die Experten herausgefunden haben.
Um die Risiken für die öffentliche Gesundheit zu mindern, die dieser Trend bei der Werbung für verschreibungspflichtige Medikamente mit sich bringt, schlägt das Team gezielte Aufklärungskampagnen vor, um die Medienkompetenz zu verbessern und Menschen zu helfen, die verschleierten Werbebotschaften von Influencern zu durchschauen.
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