Wohlversorgte Pinguine werden schneller alt
Wissenschaftler der Universität Helsinki ziehen Parallelen zur Lebensweise in Industrienationen
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Pinguine: Zwischen ihnen und Menschen gibt es Parallelen (Foto: Marcel Langthim, pixabay.com) |
Helsinki (pte003/26.03.2026/06:10)
Pinguine, die stets genug zu fressen haben und auch sonst ein sorgloses Leben führen, leben länger als jene Artgenossen, die um ihr täglich Brot zu kämpfen haben. Allerdings altern sie früher. Diese Erkenntnisse lassen sich laut Robin Cristofari von der Universität Helsinki auch auf den Menschen übertragen.
Zoo-Leben beschleunigt Altern
Die gut ernährten und geschützten Lebensräume für Königspinguine im Zoo Zürich (Schweiz) und im Loro Parque (Teneriffa/Spanien) bilden Bedingungen nach, die dem modernen menschlichen Lebensstil sehr ähnlich sind, heißt es. Die Ergebnisse seien eindeutig: Das Leben im Zoo beschleunige den Alterungsprozess bei Pinguinen. "Ein 15-jähriger Pinguin im Zoo hat den Körper eines 20-jährigen Pinguins in freier Wildbahn", sagt Christofari.
"Interessant ist jedoch, dass Pinguine im Zoo insgesamt länger leben. Im Zoo lebende Pinguine sind zwar körperlich weniger fit, aber da sie keine natürlichen Feinde haben, keinen antarktischen Stürmen widerstehen müssen und Zugang zu tierärztlicher Versorgung haben, können sie weit über das Alter hinaus überleben, in dem sie in freier Natur normalerweise sterben würden", ergänzt Mitautorin Céline Le Bohec vom Forschungszentrum CNRS.
Fitnesskur und Diät für Pinguine
Ähnlich wie den Pinguinen im Zoo ergeht es vielen Menschen in den industrialisierten Ländern, meinen die Forscher von der Universität Helsinki. Sie lebten immer länger, aber das bedeute nicht, dass sie auch gesund bleiben. Was für beide Spezies gilt. Jetzt wollen die Forscher die Parallelen noch ausweiten. Vorzeitiges Altern bei Pinguinen wollen sie bremsen, indem sie die Tiere auf Diät setzen und dazu bringen, sich körperlich mehr zu betätigen.
Auf diese Weise soll erreicht werden, dass die Tiere zwar lange leben, das aber bei bester Gesundheit. "Es ist wichtig, in einer Welt des Überflusses einen maßvollen Lebensstil zu finden, auch für uns Menschen", so das Resümee von Leyla Davis, Forschungskuratorin im Zoo Zürich.
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