Mit Algen und Austernschalen zum Biodiesel
Kosten des umweltneutralen Sprits sinken laut Studie der Nicholls State University um 85 Prozent
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Wissenschaftlerin Samia Elashry bei der Algenernte am Straßenrand (Foto: Ana Elashry) |
Thibodaux (pte001/26.03.2026/06:00)
Aus Süßwasseralgen stellt ein Team um Bello Makama von der Nicholls State University Biodiesel her. Ohne Katalysator geht das allerdings nicht. Dieser treibt im Normalfall die Kosten für die Produktion von Treibstoffen aus Pflanzen in die Höhe - oft so stark, dass sich das Verfahren nicht lohnt. Makamas Team bekommt ihn dagegen zum Nulltarif. Den benötigten Katalysator auf Kalziumoxidbasis finden die Forscher, ebenso wie die Algen, in der Nachbarschaft des Instituts: Schalen abgestorbener Austern.
Aus Austernschalen wird Kat
Makama und seine Assistentin Samia Elashry haben die Algen zerkleinert und das Öl herausgepresst. Das vermischten sie mit Methanol und einem pulverförmigen Kat. Im Anschluss erhitzten den Mix. So entstanden Biodiesel, den die meisten Dieselmotoren ohne Umbau oder Modifikation verbrennen können, und Glycerin, versichern die Wissenschaftler der Nicholls State University.
Die üblicherweise in diesem Prozess verwendeten chemischen Katalysatoren, Branntkalk oder Natronlauge, sind teuer. Als kostengünstige Alternative haben die Forscher ihren eigenen Kat aus kalziumreichen Austernschalen entwickelt. Sie geben hierfür pulverisierte Schalen in einen Ofen und wandeln das Kalziumkarbonat der Schalen in das Katalysatormaterial Kalziumoxid um. Der Einsatz dieses Kats auf Austernbasis senkt die Kosten für die Biodieselproduktion um bis zu 85 Prozent.
Verfahren ist weltweit nutzbar
"In unserem Umfeld haben wir all diese erneuerbaren Ressourcen, die nicht genutzt werden. Als ich ins Feld ging, die Algen sammelte und später sah, wie aus den Algen Biodiesel wurde, wurde mir klar, wie sehr wir daran arbeiten müssen, unsere Umwelt zu verbessern und nachhaltigere Ressourcen zu schaffen", unterstreicht Elashry.
Die von den Experten entwickelten Biodieselverfahren seien nicht auf Louisiana beschränkt: Makama. "Algen wachsen fast überall auf der Welt, sie haben einen hohen Ölgehalt und konkurrieren nicht mit Ackerland." Muschelschalen seien ebenfalls allgegenwärtig und landeten meist auf Deponien.
Biodiesel wird weltweit hergestellt und genutzt, meist als Bestandteil von mineralischem Diesel. In Deutschland ist dieser mit "B7" gekennzeichnet. Er enthält sieben Prozent Biodiesel. Doch dessen Herstellung ist höchst umstritten, weil Pflanzen wie Soja und Raps, aus denen die Ausgangsöle gewonnen werden, riesige Landflächen benötigen, die sonst für den Anbau von Nahrungsmitteln genutzt werden könnten. Wild wachsende Algen konkurrieren dagegen nicht mit Nahrungsmitteln.
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