pte20260325020 in Forschung

KI-Training macht fahrerlose Autos sicherer

EPFL-Forscher mit neuem Weltmodell überzeugt: Selbst Extremsituationen sind so beherrschbar


Fahrerlose Autos: Diese werden künftig verstärkt mit KI gedrillt (Foto: LEEROY Agency, pixabay.com)
Fahrerlose Autos: Diese werden künftig verstärkt mit KI gedrillt (Foto: LEEROY Agency, pixabay.com)

Lausanne (pte020/25.03.2026/12:00)

Alexandre Alahi von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) entwickelt mit seinem Team Modelle für das Training autonomer Fahrzeuge, damit diese in jeder Stadt und in komplexen Umgebungen funktionieren und gleichzeitig mit unerwarteten und kritischen Situationen umgehen können. Bisher haben fahrerlose Taxis und Privatwagen, die in US-Städten unfallarm unterwegs sind, keine Chance, ebenso zuverlässig durch eine deutsche Stadt zu fahren.

Prognosen für die Zukunft

"Das liegt daran, dass jede Stadt ihre eigene Identität hat, die auf ihrem Erscheinungsbild, ihren Straßen, Straßenmarkierungen, Verkehrszeichen, Fahrgewohnheiten und dem Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer wie Fußgängern und Fahrern von Zweirädern beruht - sowohl unter statischen als auch unter dynamischen Bedingungen", sagt EPFL-Wissenschaftler Alahi.

Ihr Weltmodell erzeugt Videobilder davon, was in einer bestimmten realen Situation wahrscheinlich als nächstes passieren wird. "Dieses Modell nutzt generative KI, um kritische Situationen zu simulieren, die beispiellos oder unvorhersehbar sind und für die nur wenige oder gar keine realen Daten verfügbar sind", so der Forscher weiter.

Das Modell lerne aus Darstellungen, die aus sensorischen Daten abgeleitet werden, und sage Dynamiken wie Bewegung, Kraft und räumliche Beziehungen vorher. Gerate ein Fahrzeug beispielsweise in eine gefährliche Situation, generiere das Weltmodell kontinuierlich mehrere Optionen für das weitere Vorgehen: bremsen, die Spur wechseln oder eine andere vorbeugende Maßnahme ergreifen.

Welt wie ein Mensch sehen

Wichtig ist für Alahi auch, dass sein Modell dem Steuerungssystem eines autonomen Fahrzeugs die Welt so präsentiert, wie ein Mensch sie sieht. Dieser hat von klein auf den Verkehr erlebt und muss nur noch ein paar zusätzliche Dinge lernen, um ein Auto fahren zu können. Die Software, die ein Fahrzeug steuert, muss dagegen bei Null anfangen.

Der Verkehrswissenschaftler legt es darauf an, der Technik genau das Verständnis für die verkehrsrelevante Umwelt zu vermitteln, die ein Mensch mit beispielsweise 18 Jahren schon hat. Dann sieht er für einen nahezu unfallfreien Straßenverkehr gute Chancen. Ein autonomes Fahrzeug wisse, anders als der Mensch, was in einem 360-Grad-Umfeld geschehe, habe weitaus schnellere Reflexe und lasse sich nicht ablenken, beispielsweise durch ein Smartphone.

(Ende)
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