pte20260325002 in Leben

Reisversorgung dank "Genschalter" sicherer

DNA-Abschnitt aus Wildreis macht jährliche Neupflanzung laut chinesischen Forschern überflüssig


Reisanbau: muss künftig seltener erfolgen (Foto: SIRAG ALGAER, pixabay.com)
Reisanbau: muss künftig seltener erfolgen (Foto: SIRAG ALGAER, pixabay.com)

Schanghai (pte002/25.03.2026/06:05)

Forscher des Center for Excellence in Molecular Plant Sciences haben einen genetischen "Schalter" bei Wildreis entdeckt, der die Ernährung für mehr als die Hälfte der globalen Population sicherer macht. Während Standard-Wildreis jahrelang aktiv bleibt und Körner produziert, ist der gezüchtete Reis einjährig. Jedes Jahr muss daher erneut gepflanzt werden. Der Umstieg auf Wildreis verbietet sich quasi von selbst, da er bei Weitem nicht so ertragreich ist - bis jetzt jedenfalls.

Suche in 446 Wildreisarten

Dank der Entdeckung der Experten des Center for Excellence in Molecular Plant Sciences, einer Institution der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, wird auch Zuchtreis künftig mehrere Jahre überdauern, ohne an Ertragskraft zu verlieren. Den Durchbruch haben die Fachleute erzielt, als sie in 446 verschiedene Wildreisarten Merkmale suchten, die es ihnen ermöglichen, immer wieder auszutreiben, nachdem sie abgeerntet worden sind.

Dazu gehören beispielsweise die Fähigkeit, neue Triebe aus den Stängeln zu bilden, sowie die Blütenreversion, bei der sich die Fortpflanzungsorgane der Pflanze nach der Samenernte wieder in grüne Triebe zurückverwandeln. Dabei haben die Forscher eine Menge über den Wildreis gelernt, doch das Langlebigkeits-Gen fanden sie so nicht. Dazu mussten sie eine moderne einjährige Reissorte mit einem wilden, mehrjährigen Verwandten kreuzen.

Neues Gen für den Kulturreis

Diese neuen hybriden Nachkommen tragen die Erbinformationen beider Pflanzen in sich. Durch wiederholte Rückkreuzung dieser Hybriden mit dem modernen Reis haben die Wissenschaftler schließlich das Gen identifiziert, das Mehrjährigkeit vermittelt. Damit ausgestattete Pflanzen siehen wie moderner Kulturreis aus und sind ebenso ertragreich, bilden nach der Blüte jedoch wieder neue Triebe.

"Endless Branches and Tillers 1" (EBT1) heißt das Gen. Den letzten Beweis dafür, dass es tatsächlich die Ursache dafür ist, dass sich die Pflanzen immer wieder erholen, haben die Biologen gefunden, als sie dieses Gen in einer Wildreissorte blockierten. In der Folge starb die Pflanze ab, nachdem sie Früchte getragen hatte. Als EBT1 in Kulturreis eingebracht wurde, wuchs die Pflanze nach der Blüte weiter anstatt abzusterben.

(Ende)
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