Glyphosat: Zusammenhang mit AMR erwiesen
Unkrautvernichter wirken sich laut aktuellen Forschungsergebnissen direkt auf Resistenz aus
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Glyphosat-Ausbringung: Gefährliche Wechselwirkungen bestehen (Foto: pixabay.com, Erich Westendarp) |
Buenos Aires (pte016/24.03.2026/10:30)
Jedes Jahr ist die Antimikrobielle Resistenz (AMR) weltweit für geschätzte 1,1 bis 1,4 Mio. Todesfälle verantwortlich. AMR wird jedoch nicht immer von Bakterien vorangetrieben, die entstehen, um den Antibiotika selbst standzuhalten. Bestimmte Unkrautvernichter haben die gleichen Auswirkungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung des Medical Microbiology and Parasitology. Davon betroffen ist laut Seniorautorin Daniela Centrón vor allem Glyphosat.
Glyphosat häufig eingesetzt
Den Experten nach haben die weitverbreiteten Unkrautvernichter eine unbeabsichtigte Nebenwirkung. Sie nehmen bei den Bakterien in der Erde eine Auswahl vor, die AMR entspricht, heißt es. 2018 und 2020 hatten die Forscher 68 Bakterienstämme aus dem Sediment eines Naturschutzgebiets im Paraná-Delta nördlich von Buenos Aires gesammelt. Glyphosat wird häufig bei den nahegelegenen landwirtschaftlichen Flächen eingesetzt.
Die Biologen haben bei jedem Bakterienstamm das Ausmaß der Resistenz auf 16 weitverbreitete Antibiotika getestet. Dazu gehört Ampicillin in Kombination mit Sulbactam, Meropenem, Tetracycline und Vancomycin. Zusätzlich wurde die Resistenz der Stämme gegen reines Glyphosat und auf Glyphosat basierenden Unkrautvernichtungsmitteln ermittelt. Sie wurden ausgewählt, da sie zu den weltweit am häufigsten eingesetzten Herbiziden gehören.
Diese Ergebnisse haben die Fachleute um Centrón mit jenen der 19 Stämme verglichen. Dazu gehören auch multiresistente Erreger aus lokalen Spitälern. Weitere 15 Stämme isolierten die Forscher aus Futterplätzen und herbizidbelasteten landwirtschaftlichen Böden in der Region. Wie erwartet waren die Stämme aus den Krankenhäusern gegen bis zu 16 der getesteten Antibiotika resistent. Damit ist eine weitverbreitete AMR nachgewiesen.
Carbapeneme stark betroffen
74 Prozent der Bakterienstämme sind sogar gegen Carbapeneme resistent. Dabei handelt es sich um Antibiotika mit einem sehr breiten Spektrum, die gewöhnlich bei der Behandlung als letzter Ausweg angesehen werden. Bedeutsam ist, dass sich alle Stämme aus dem Krankenhaus als hochgradig resistent gegen Glyphosat und Unkrautvernichtungsmittel auf der Basis von Glyphosat erwiesen haben. Details sind in "Frontiers in Microbiology" veröffentlicht.
Laut Erstautorin Camila Knecht bedeutet das, wenn diese Bakterien einmal über das unbehandelte Abwasser der Krankenhäuser in die Umwelt gelangen, in Anbaugebieten mit Glyphosat weiter wuchern. Die Bakterienstämme aus dem Paraná-Delta umfassen 15 Gattungen. Dazu gehörten Acinetobacter, Pseudomonas, Exiguobacterium und Chryseobacterium. Jeder dieser Stämme verfügte über eine teilweise Resistenz gegen Glyphosat und Unkrautvernichtungsmittel auf Glyphosat-Basis. Das war der Fall, obwohl diese Substanzen im Naturschutzgebiet nie zum Einsatz kamen.
Die Enterobacter tolerierten mit bis zu 80 Milligramm die höchsten Konzentrationen von Glyphosat. Das andere Extrem waren Bacillus-Stämme, die normalerweise in der Erde vorkommen. Sie waren besonders empfindlich. Ihr Wachstum wurde bereits bei einer Konzentration von 2,5 Milligramm unterdrückt. Eine hohe Resistenz gegen Glyphosat wurde auch bei den Stämmen nachgewiesen, die bei Krankenhausinfektionen mit einer extremen Medikamentenresistenz isoliert wurden.
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