Thermobatterie arbeitet mit Extremtemperaturen
Graphitblöcke werden bis zu 2.400 Grad Celsius heiß - Alternative zu teuren Lithium-Ionen-Akkus
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Extrem heißes Graphit: Dieses emittiert Wärme und Licht hocheffizient (Illustration: gofourth.com) |
Cambridge (pte028/20.03.2026/11:30)
Das US-Unternehmen Fourth Power speichert Strom, den Solar- und Windkraftwerke zuweilen im Überfluss produzieren, in Form von Wärme. Doch anders als Speicher, die diese Aufgabe mit flüssigem Salz bei Temperaturen von wenigen 100 Grad Celsius meistern, setzt Asegun Henry, Gründer und Forscher am Massachusetts Institute of Technology, auf extreme Hitze. Bis zu 2.400 Grad Celsius werden die Graphitblöcke heiß, die überschüssige Energie speichern.
Keramik, Graphit, flüssiges Zinn
Henry nutzt statt Stahl Keramik als Behälter- und Rohrmaterial, das derart hohe Temperaturen wegsteckt, ohne zu korrodieren oder zu schmelzen. Auch beim Transport der elektrisch erzeugten Wärme baut Henry auf ein ungewöhnliches Medium, nämlich flüssiges Zinn. Dieses fließt durch mäandernde Rohre und heizt das Graphit auf, das ebenso widerstandsfähig gegen Hitze ist wie Keramik. Dabei emittiert es extrem weißes Licht und Infrarotstrahlen.
Zur Nutzung der gespeicherten Energie werden Thermovoltaikelemente in die Nähe der glühenden Graphitblöcke gebracht. Das sind Solarzellen-Variationen, die die emittierte Strahlung in Strom umwandeln. Das gelingt mit Wandlern aus Halbleitern der dritten und fünften Gruppe des Periodensystems, sogenannten III-V-Halbleitern. Dazu gehört Galliumarsenid, das auch für Hochleistungszellen in der Raumfahrt eingesetzt wird. Es ist zwar weitaus teurer als etwa Silizium, liefert aber deutlich mehr Strom.
Lösung für grüne Rechenzentren
Fourth Power sieht seine Thermobatterie als Pufferspeicher vor allem für Rechenzentren, die mit grünem Strom versorgt werden. Wenn Wind oder Sonne oder beide ausbleiben, müssen diese auf fossile Quellen oder Batterien ausweichen. Erstere emittieren CO2, was dem angestrebten grünen Image von Rechenzentrenbetreibern schadet - letztere sind, wie Henry betont, weitaus teurer als seine Thermobatterie.
"Der Grund, warum unser System eine so enorme Verbesserung gegenüber allen anderen darstellt, liegt in der Leistungsdichte. Wir haben erkannt, dass man bei höheren Temperaturen Wärme schneller übertragen und das System verkleinern kann. Dann wird alles günstiger. Deshalb arbeiten wir bei Fourth Power mit so hohen Temperaturen", erklärt Henry, der als Cheftechnologe bei Fourth Power tätig ist.
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