pte20260319019 in Forschung

Cyber-Gangster attackieren kritische Infrastruktur

Report von Claroty sieht immer mehr Angriffe von geopolitischen Ereignissen gezielt beeinflusst


Vermeintlich harmlos: immer mehr Hacker-Angriffe politisch motiviert (Bild: MVStudio, pixabay.com)
Vermeintlich harmlos: immer mehr Hacker-Angriffe politisch motiviert (Bild: MVStudio, pixabay.com)

New York/München (pte019/19.03.2026/13:50)

Laut dem neuen Report "Analyzing CPS Attack Trends" des IT-Security-Spezialisten Claroty geraten cyber-physische Systeme (CPS) zunehmend ins Visier von Cyber-Gangstern. Dabei sind viele der Attacken von geopolitischen Ereignissen beeinflusst und technisch nicht besonders ausgefeilt, konstatieren die Expertin in ihrem aktuellen Bericht.

Ziel grundlegende Systeme

Die Fachleute haben 200 Angriffe von mehr als 20 Hacker-Gruppen von Januar bis Dezember 2025 analysiert. Ihr Ergebnis: "Wir sehen eine erhebliche Zunahme der Angriffe auf die grundlegenden Systeme, die den täglichen Ablauf unserer Gesellschaft gewährleisten, von der Fertigung über die Wasser- und Abfallwirtschaft bis hin zur Stromerzeugung und zum Gesundheitswesen", sagt Thorsten Eckert, Regional Vice President Sales Central von Claroty.

82 Prozent der CPS-Angriffe erfolgen laut dem Bericht über "Virtual Network Computing"-Protokoll-Clients, um aus der Ferne auf exponierte, mit dem Internet verbundene Ressourcen zuzugreifen. Bei zwei Drittel der Vorfälle sind Mensch-Maschine-Schnittstellen oder SCADA-Systeme kompromittiert worden. Diese beiden Geräteklassen überwachen und steuern industrielle Prozesse in Echtzeit - unrechtmäßiger Zugriff oder Manipulation wiegen schwer.

Geopolitische Spannungen

Laut Claroty sind viele Attacken auf die kritischen Infrastrukturen größtenteils von politischen oder gesellschaftlichen Zielen motiviert, die mit den Motiven staatlich-unterstützter Angreifer übereinstimmen. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und im Zuge des Krieges zwischen Russland und der Ukraine seien Ausgangspunkt für viele IT-Sicherheitsvorfälle aus Russland und dem Iran. In Zahlen ausgedrückt ergibt sich eine deutliche politische Dimension.

81 Prozent der von iranischen Gruppen durchgeführten Angriffe richteten sich gegen Einrichtungen in den USA und Israel. 71 Prozent der von russischen Gruppen durchgeführten Angriffe richteten sich gegen Unternehmen in Ländern der EU. Die am häufigsten von Russland angegriffenen EU-Länder waren Italien (18 Prozent), Frankreich (elf Prozent) und Spanien (neun Prozent). Eckert sieht zum Beispiel "immer mehr opportunistische Drive-by-Angriffe".

(Ende)
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