Schwangerschaft: Komplikationen oft übersehen
Schwere mütterliche Morbidität - Kanadische Wissenschaftler fordern deutlich längeres Monitoring
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Schwangerschaft: Komplikationen werden oft übersehen (Foto: pixabay.com, u 2fq7heh5) |
Hamilton (pte004/17.03.2026/06:15)
In der Regel werden rund 40 Prozent der schweren Schwangerschaftskomplikationen im Zuge des traditionellen, auf die Geburt konzentrierten Monitorings übersehen. Zu dem Schluss kommt eine Studie der McMaster University, von Hamilton Health Sciences und St. Joseph's Healthcare Hamilton. Folglich ist der Beobachtungszeitraum laut den Experten von der Empfängnis bis zu sechs Wochen nach der Geburt auszuweiten. Details sind im "Canadian Medical Association Journal" publiziert.
SMM kann tödlich sein
Bei der schweren mütterlichen Morbidität (SMM) handelt es sich um Schwangerschaftskomplikationen, die zum Tod, verlängerten Krankenhausaufenthalten oder langfristiger Arbeitsunfähigkeit führen können. In Ontario zeigen die Daten des amtlichen Leichenbeschauers, dass die meisten Todesfälle bei Müttern außerhalb der Geburt und der Entbindung stattfinden. 47 Prozent treten vor der Geburt und 46 Prozent nach der Geburt auf. Es entspricht auch den Annahmen der Forscher und den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation, dass ein deutlich längerer Beobachtungszeitraum sinnvoll wäre.
Die Forscher haben alle Geburten in Ontario ab der 20. Schwangerschaftswoche untersucht, die zwischen 1. April 2012 und 31. März 2021 bestanden. Dafür wurden administrative und klinische Daten von ICES miteinander verknüpft. Bei ICES handelt es sich um eine unabhängiges Forschungs- und Analyse-Institut. Von den fast 1,1 Mio. Geburten lag der Anteil an SMM bei 27,24 pro 1.000 Geburten. Das bedeutet, dass allein in Kanada fast 10.000 Frauen jedes Jahr an diesen schweren Geburtskomplikationen leiden.
In Notaufnahme sichtbar
Seniorautorin Giulia Muraca zufolge treten schwere mütterliche Komplikationen nicht nur im Kreißsaal auf. Häufig werden sie auch erstmals in der Notaufnahme sichtbar. "Daher erfordert eine Verbesserung der Sicherheit der Mütter einen Ansatz, der alle Bereiche der Gesundheitsversorgung umfasst", unterstreicht die Expertin. Die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung seien mehr als eindeutig. Schwere Blutungen, eine schwere Präeklampsie und Sepsis erwiesen sich als die häufigsten Arten von SMM. 16 Prozent der SMM traten in der Zeit vor der Geburt auf, 55 Prozent während der Geburt und Entbindung. 29 Prozent der Todesfälle traten schließlich in den sechs Wochen nach der Geburt auf.
Von allen betroffenen Frauen kamen 19 Prozent in die Notaufnahme, am häufigsten in den Zeiträumen vor und nach der Geburt. Die Risikofaktoren für eine SMM unterschieden sich, je nachdem wann dieses Ereignis stattfand. Komplikationen während der Geburt, der Entbindung und danach traten am häufigsten bei den jüngsten und ältesten Müttern auf. Schwangerschaftskomplikationen vor der Geburt waren jedoch bei Frauen zwischen 15 und 24 Jahren am häufigsten.
Zu den gemeinsamen Faktoren bei SMM gehören eine erste Schwangerschaft, die Ethnie der Mutter, bereits bestehende Erkrankungen, Mehrlingsschwangerschaften, der Zuwandererstatus, ein geringes Einkommen, ein ländlicher/abgelegener Wohnsitz, Drogenkonsum während der Schwangerschaft und Körperverletzungen. Typ-1-Diabetes verfügt zudem über den stärksten Zusammenhang mit einer pränatalen SMM, heißt es abschließend.
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