Psychedelische Therapie hilft gegen Rauchen
"Zauberpilz" Psilocybin in den meisten Fällen bei willigen Patienten effektiver als Nikotinpflaster
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Zigarette: Psilocybin macht schneller zum Nichtraucher (Foto: Nick_the_Photographer, pixabay.com) |
Baltimore (pte003/16.03.2026/06:10)
Eine einzige Dosis Psilocybin hilft Rauchern bei der Aufgabe ihres Lasters - und zwar effektiver als eine Behandlung mit Nikotinpflastern. Dies ist das Ergebnis einer klinischen Studie der Johns Hopkins University. Die Mediziner haben die Wirksamkeit einer Dosis des "Zauberpilz"-Wirkstoffes mit der monatelangen Anwendung eines gängigen Nikotinpflasters verglichen, kombiniert mit kognitiver Verhaltenstherapie in beiden Gruppen.
Psilocybin verändert Denken
Psilocybin wird bisher vor allem zur Behandlung schwerer Depressionen, Essstörungen (Magersucht) und anderer psychischer Erkrankungen erforscht. Es wirkt halluzinogen und wird zunehmend in kontrollierten psychotherapeutischen Studien unter anderem in Deutschland und der Schweiz eingesetzt. Die Wirkungsweise des Präparats bei der Raucherentwöhnung unterscheidet sich von anderen Suchtbehandlungen. Anstatt auf Nikotinrezeptoren abzuzielen, glauben die Forscher, dass Psilocybin die Denkweise der Konsumenten verändert und es ihnen so ermöglicht, ungesunde Verhaltensmuster leichter zu durchbrechen.
Das Team hat die randomisierte klinische Pilotstudie von 2015 bis 2023 am Johns Hopkins Bayview Medical Center durchgeführt. Gearbeitet worden ist mit 82 Erwachsenen, die schon einmal vergeblich versucht hatten, mit dem Rauchen aufzuhören. Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip entweder der Nikotinpflaster-Gruppe oder der Psilocybin-Gruppe zugeordnet. Die Psilocybin-Gruppe erhielt eine einmalige hohe Dosis Psilocybin (unter Aufsicht), die andere acht bis zehn Wochen lang Nikotinpflaster, jeweils in Kombination mit einer 13-wöchigen kognitiven Verhaltenstherapie.
Acht Mio vorzeitige Todesfälle
Nach sechs Monaten sind die verbliebenen Teilnehmer - zwölf hatten nicht durchgehalten - erneut befragt und auf Anzeichen von Rauchen untersucht worden. 40,5 Prozent der Psilocybin-Empfänger hatten die Entwöhnungskur erfolgreich abgeschlossen, während es nur zehn Prozent der Pflaster-Gruppe schafften. "Die Ergebnisse sprechen für eine beschleunigte Entwicklung von psychedelischen Therapien für Substanzgebrauchsstörungen, einschließlich Tabakkonsum", heißt es. Rauchen sei eine der Hauptursachen für Gesundheitsprobleme und führe jährlich zu rund 480.000 vorzeitigen Todesfällen in den USA und acht Mio. weltweit.
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