Von KI erstellte Menüpläne schaden Teenagern
Laut Studie der Istanbul Atlas University entspricht vorgeschlagene Einsparung einer vollen Mahlzeit
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Teenager: Abnehmen mit KI laut Forschern problematisch (Foto: pixabay.com, Cyn Yoder) |
Istanbul (pte022/12.03.2026/11:30)
Viele Teenager mit Gewichtsproblemen nutzten KI-Modelle für die Erstellung von Menüplänen. Diese dürften jedoch nicht immer die notwendigen Nährstoffe und die erforderliche Kalorienaufnahme beinhalten, kritisieren Forscher der Istanbul Atlas University in einer neuen Untersuchung. Die Wissenschaftler haben die Fähigkeiten von fünf KI-Modellen mit den Empfehlungen eines registrierten Ernährungsberaters verglichen.
Ernste Folgen befürchtet
Laut Forschungsleiterin Ayşe Betül Bilen neigen die von der KI generierten Menüpläne häufig dazu, die gesamte Energie- und Schlüsselnährstoffaufnahme erheblich zu unterschätzen. "Folgen Teenager derartig unausgewogenen oder übermäßig restriktiven Ernährungsplänen, kann sich das auf das Wachstum, die Stoffwechselgesundheit und das Essverhalten auswirken", mahnt die Fachfrau.
Das Team hat mit ChatGPT 4, Gemini 2.5 Pro, Bing Chat-5GPT, Claude 4.1 und Perplexity fünf KI-Tools analysiert und Daten wie das Alter, die Größe und das Gewicht der fraglichen Person eingegeben. Das Ziel war die Erstellung eines Menüplans für drei Tage mit drei Mahlzeiten und zwei Snacks pro Tag. Diese Pläne wurden für 15 Jahre alte Teenager erstellt - konkret für einen Jungen und ein Mädchen, die übergewichtig waren und ebenfalls für zwei Teenager, die als fettleibig galten.
Rund 700 Kalorien fehlen
Die KI-Pläne berechneten einen Energiebedarf, der fast 700 Kalorien geringer war als jener des Ernährungsberaters. Dieser Unterschied entspricht einer vollen Mahlzeit. Er ist groß genug, um erste klinische Folgen zu haben. War die Kalorienaufnahme schwerwiegend zu gering, war die Aufnahme bestimmter Makronährstoffe zu hoch angesetzt. Diese Forschungsergebnisse sind im Fachmagazin "Frontiers in Nutrition" veröffentlicht.
Die KI-Modelle empfahlen eine höhere Aufnahme von Proteinen, und zwar rund 20 Gramm mehr als der menschliche Experte. In der Folge stammten rund 21 bis 24 Prozent der Energiezufuhr von Proteinen. Die KI riet zudem zu einer deutlich höheren Aufnahme von Lipiden. Dadurch kamen rund 41 bis 45 Prozent der Energiezufuhr aus diesem Bereich. Auch hier gab es deutliche Unterschiede zu den Empfehlungen des Ernährungsberaters.
Die Menge an Kohlenhydraten war bei den KI-Plänen jedoch deutlich geringer. Hier ergab sich ein durchschnittlicher Unterschied von rund 115 Gramm. Also stammten nur rund 32 bis 36 Prozent der Energiezufuhr von Kohlenhydraten. Die National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine empfiehlt hingegen, dass 30 bis 35 Prozent der Kalorien der Makronährstoffe von Lipiden stammen. 15 bis 20 Prozent sollten von Proteinen und 45 bis 50 Prozent von Kohlenhydraten kommen.
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