Ultraschall soll Igel bald vor Autos schützen
Verfahren der University of Oxford als Rettungsversuch für bedrohte Tierart - Industrie nun am Zug
![]() |
Igel: Stacheltiere sind vor allem durch Autos gefährdet (Foto: kerut, pixabay.com) |
Oxford (pte002/12.03.2026/06:05)
Forscher der University of Oxford wollen Autos künftig Ultraschallwellen aussenden lassen, um querende Igel rechtzeitig zu warnen. Die Internationale Union für Naturschutz stuft diese Tierart seit 2024 als bedroht ein. Gegen natürliche Feinde sind sie dank ihres Stachelkleids gewappnet. Doch gegen Autos hilft das nicht. Zuvor hatten die Experten herausgefunden, dass Igel diese für Menschen unhörbaren Wellen registrieren.
Industrie soll aktiv werden
"Nachdem wir entdeckt haben, dass Igel Ultraschall hören können, besteht der nächste Schritt darin, Partner in der Automobilindustrie zu finden, die die Finanzierung und Entwicklung von Ultraschall-Warngeräten entwickeln, die in Autos eingebaut werden können", sagt Sophie Lund Rasmussen, Oxford-Expertin für Wildtierschutz, die auch an der Universität Kopenhagen in Dänemark lehrt.
Die Fachfrau hat die "auditorische Hirnstammantwort" von 20 gesundgepflegten Igeln aus dänischen Wildtierauffangstationen getestet. Bei dieser Methode werden kleine Elektroden an den Tieren angebracht, um die elektrischen Signale zwischen Innenohr und Gehirn aufzuzeichnen, während über einen kleinen Lautsprecher kurze Töne abgespielt werden.
Mithilfe der Elektroden wurde festgestellt, dass der Hirnstamm bei Signalen im Bereich von vier bis 85 Kilohertz (kHz) aktiv wird. Am besten hörten die Tiere Töne mit einer Frequenz von etwa 40 kHz. Nach den Experimenten, die die Igel unbeschadet überstanden haben, wurden sie wieder in die Natur entlassen.
Modellierung des Igel-Ohrs
Das Team hat auch hochauflösende Mikro-CT-Scans eines Igels durchgeführt, der nach einer schweren Verletzung durch eine Rattenfalle eingeschläfert worden war. Darauf basierend haben die Forscher ein interaktives 3D-Modell des Ohrs des Igels erstellt, das bisher unbekannte Merkmale offenbart hat. Es zeigte sich, dass Igel sehr kleine, dichte Mittelohrknochen und ein teilweise verwachsenes Gelenk zwischen dem Trommelfell und dem ersten dieser Knochen haben.
Dadurch wird die gesamte Knochenkette steifer, was dazu beiträgt, dass diese sehr hohe Töne effizient weiterleitet. Die Scans zeigen auch, dass Igel einen kleinen Steigbügel haben. Ein kleinerer, leichterer Steigbügel kann schneller vibrieren und so hochfrequente Schallwellen übertragen. Die Cochlea hat sich ebenfalls als relativ kurz und kompakt erwiesen, wodurch sie Ultraschallschwingungen besser verarbeiten kann.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass es möglich wäre, Igel mit Ultraschall vor fatalen Begegnungen mit Autos zu schützen. Mit solchen Warngeräten könnten auch Roboter-Rasenmäher und Motorsensen ausgestattet werden. Ob Igel darauf in der gewünschten Weise reagieren und sich von Ultraschall tatsächlich vertreiben lassen, muss allerdings noch getestet werden, heißt es abschließend.
(Ende)| Aussender: | pressetext.redaktion |
| Ansprechpartner: | Wolfgang Kempkens |
| Tel.: | +43-1-81140-300 |
| E-Mail: | kempkens@pressetext.com |
| Website: | www.pressetext.com |


