pte20260310002 in Forschung

Forscher genieren sich, KI-Nutzung zuzugeben

Nicht einmal ein Prozent nimmt laut Studie der Peking-Universität korrekte Deklarationen vor


Lesen: In Fachbeiträgen wird KI meist verschwiegen (Foto: Alexandra Koch, pixabay.com)
Lesen: In Fachbeiträgen wird KI meist verschwiegen (Foto: Alexandra Koch, pixabay.com)

Peking (pte002/10.03.2026/06:05)

Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) ist vielen Forschern peinlich. Viele verwenden ChatGPT, Gemini und Co zwar beim Verfassen von Beiträgen für Fachzeitschriften. Doch obwohl diese meist verlangen, dass KI als genutztes Tool in solchen Veröffentlichungen offengelegt wird, verzichten die meisten darauf. Das zeigen Yongyuan He und Yi Bu von der Peking-Universität. Sie haben 5,2 Mio. Artikel analysiert, die zwischen 2021 und 2025 in 5.114 Journals veröffentlicht worden waren.

Entlarvung mittels Statistik

Die Studienautoren haben bei ihrer Suche nach KI-generierten Passagen in den veröffentlichten Texten die statistische Methode des sogenannten "Maximum Likelihood Estimation" angewendet. Diese erkennt KI-Texte anhand von typischen Merkmalen. So verwendet KI die gleichen Wörter in kürzeren Textabständen als Menschen, was eine Entlarvung vereinfacht.

Die Ergebnisse liefern starke statistische Belege für eine Zunahme des KI-gestützten Schreibens in allen Disziplinen und den meisten Zeitschriften. Die wohl überraschendste Erkenntnis: Seit 2023 legen nur 0,1 Prozent (76 von 75.172 Artikeln) der veröffentlichten Artikel, die von dieser Studie erfasst wurden, die Verwendung von KI-Tools offen. Die stärkste Zunahme von KI findet sich in Naturwissenschaften und bei Forschern aus nicht-englischsprachigen Ländern wie China und Brasilien.

Angst vor Rufschädigungen

Zu den Gründen, KI zu verheimlichen, zählt nach Ansicht der Studienautoren, dass Gutachter die Originalität anzweifeln und damit das Ansehen schädigen. Ein weiterer Grund ist, dass die Regeln, die die Fachblätter vorgeben, nicht immer eindeutig sind, wodurch Autoren unsicher sind, wann eine Offenlegung nötig ist. So könnte ein Forscher, der KI nur nutzt, um in seinen Texten grammatikalische und orthografische Fehler zu entdecken, das Gefühl haben, dass die Regel für ihn nicht gilt.

"Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die aktuellen Richtlinien nicht ausreichen, um Transparenz zu fördern oder die Einführung von KI einzuschränken. Wir drängen auf eine Neubewertung der ethischen Rahmenbedingungen, um eine verantwortungsvolle Integration von KI in die Wissenschaft zu fördern", sagen He und Bu abschließend.

(Ende)
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