pte20260310001 in Leben

Mitgefühl entsteht durch Kindheitserfahrungen

Menschen können Empathie laut University of California Los Angeles möglicherweise erlernen


Mutter und Sohn: Empathie hat ihren Ursprung in der Kindheit (Foto: ImagesBG, pixabay.com)
Mutter und Sohn: Empathie hat ihren Ursprung in der Kindheit (Foto: ImagesBG, pixabay.com)

Los Angeles (pte001/10.03.2026/06:00)

Mitgefühl für andere wird Mensch und Tier in der Kindheit vermittelt. Das haben Forscher der University of California Los Angeles nachgewiesen. Das ist der erste direkte neuronale Beweis für die seit Langem bestehende evolutionäre Hypothese, wonach der biologische Antrieb, anderen zu helfen, seinen Ursprung in den uralten Mechanismen der elterlichen Fürsorge hat.

Wurzeln prosozialen Verhaltens

Die Wissenschaft spekuliert bereits seit Jahrzehnten darüber, dass sich prosoziales Verhalten, also Handlungen, die anderen helfen und sie trösten, aus neuronalen Systemen entwickelt haben könnte, die ursprünglich zur Unterstützung der Fürsorge für hilflose Nachkommen entstanden sind. Bis jetzt waren jedoch die spezifischen Gehirnschaltkreise, die diese beiden Verhaltensweisen verbinden könnten, noch nie eindeutig identifiziert worden.

Die aktuelle Studie liefert nun konkrete neurobiologische Beweise für diesen evolutionären Zusammenhang und bietet damit einen neuen Rahmen für das Verständnis der Wurzeln von Empathie und sozialer Motivation, und warum diese bei Erkrankungen wie Depressionen, Autismus-Spektrum-Störungen und anderen psychiatrischen Erkrankungen, die durch sozialen Rückzug gekennzeichnet sind, gestört sein können.

Das Wissen könnte helfen, bei derartigen Erkrankungen die Empathiefähigkeit zu reaktivieren, die wichtig für das reibungslose Zusammenleben von Menschen ist. Der Nachweis ist bei Versuchen mit Mäusen gelungen. Tiere, die mehr Zeit für die Betreuung und Pflege ihrer Jungen aufwandten, verbrachten auch mehr Zeit damit, gestresste erwachsene Artgenossen zu trösten. Diese Beziehung ist spezifisch und spiegelt nicht die allgemeine Geselligkeit oder selbstgesteuertes Verhalten.

Stummschaltung von Neuronen

Durch die Überwachung der neuronalen Aktivität haben die Forscher herausgefunden, dass bestimmte Neuronen im sogenannten medialen präoptischen Bereich - eine Region des Gehirns, die für ihre Rolle bei der Elternschaft bekannt ist - aktiviert wurden, wenn die Tiere auf gestresste Erwachsene treffen.

Die Stummschaltung von Neuronen, die während der Interaktion mit den Jungen aktiviert werden, hat zur Reduktion des helfenden Verhaltens gegenüber gestressten Erwachsenen geführt, was einen direkten kausalen Zusammenhang zwischen den Schaltkreisen, die die Elternschaft unterstützen, und prosozialem Verhalten belegt.

(Ende)
Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Wolfgang Kempkens
Tel.: +43-1-81140-300
E-Mail: kempkens@pressetext.com
Website: www.pressetext.com
|