Profilbilder bei Tinder sind nur noch Einheitsbrei
Forscher der Universitat Oberta de Catalunya haben 1.000 Accounts analysiert und nennen neun Typen
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Selfie: Tinder-Profilbilder zunehmend langweilig (Foto: pixabay.com, SAIYEDIRFANANWARHUSHEN) |
Barcelona (pte029/09.03.2026/13:55)
Alles, nur nicht einzigartig: So sehen die meisten Profilbilder auf der Online-Dating-Plattform Tinder aus - zumindest laut Forschern der Universitat Oberta de Catalunya. Laut Studienleiter Alejandro García Alamán gibt es neun standardisierte Profiltypen. Zusammen mit seinem Team hat der Forscher 1.000 reale Tinder-Profilen im Großraum Barcelona analysiert.
"Zunehmende Unzufriedenheit"
Laut der im "Journal of Sexual Medicine" veröffentlichten Untersuchung fällt vielen Unsern selbst inzwischen der Einheitsbrei in Sachen Profilbildern auf. "In Gesprächen mit meinen Patienten in der Praxis bemerkte ich eine zunehmende Unzufriedenheit unter Nutzern von Dating-Apps, ähnlich einem Burnout bei der Arbeit. Diese Mischung aus Enttäuschung, Langeweile und Entpersonalisierung - weil alle Tinder-Profile gleich aussahen", so Alamán.
Die zusammen mit seinem Kollegen Adrián Montesano herausgearbeiteten neun visuellen Muster seien in ihrer Verwendung vor allem von Alter, Geschlecht und sexueller Orientierung abhängig. Der erste und häufigste Typ ist laut den Experten demnach ein Halbkörperporträt mit Blick in die Kamera, das fast ein Viertel der analysierten Profile ausmacht. Die Person ist bekleidet, schaut in die Kamera und ist meist in einer städtischen oder häuslichen Umgebung.
"Strategie sozialer Erwünschtheit"
Den Forschern nach spiegeln alle neun Strategien weniger wider, wer die User sind, sondern eher, wer sie glauben sein zu müssen, um gemocht zu werden. "Wenn wir eine Strategie nach sozialer Erwünschtheit wählen, verlieren wir an Authentizität und unsere individuelle Identität verschwimmt. Es schützt uns - aber gleichzeitig stereotypisiert es uns", sagt Alamán. Das Alter sei nach wie vor der wichtigste Einflussfaktor für Profilbilder.
Während jüngere Menschen sich deutlich häufiger offen zeigten, sei bei älteren Gruppen eine zunehmende Verdeckung zu beobachten: zunächst durch Sonnenbrillen, Nahaufnahmen oder Fotos von Körperteilen. Ab dem 50. Lebensjahr seien Körperfotos die Ausnahme. Auch das Geschlecht und die sexuelle Orientierung spielten eine Rolle - wenn auch weniger stark. Nun sollen die identifizierten visuellen Muster auf ihre Profiltexte hin untersucht werden, heißt es.
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