ADHS: Forscher identifizieren zwei Untertypen
Große Datenauswertung der Shandong First Medical University zeigt vielschichtige Ausprägungen
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Scans: Unterschiede nachgewiesen (Foto: Tianzheng Zhong, Feng Wang, Jianfeng Qiu, Weizhao Lu) |
Taian (pte011/06.03.2026/10:30)
ADHS ist in Hinblick auf die Gehirnstruktur keine einheitliche Erkrankung und lässt sich in zwei Untertypen einteilen. Zu dem Ergebnis kommen Forscher der Shandong First Medical University. Damit werden Beobachtungen von erkrankten Kindern bestätigt. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein. Details sind in "General Psychiatry" nachzulesen.
Strukturelle MRT-Daten
Die Forscher haben die Gehirn-Scans von Kindern und Jugendlichen mit ADHS in Bezug auf Verhaltensauffälligkeiten untersucht. Dafür sind strukturelle MRT-Daten von 135 Teilnehmern mit ADHS und 182 neurotypischen, also gesunden Kontrollen, herangezogen worden.
Das Team sich hat sich dabei auf das Volumen der grauen Substanz konzentriert. Dabei handelt es sich um einen wichtigen Maßstab, der mit der Entwicklung und Funktion des Gehirns zusammenhängt.
ADHS hochgradig heterogen
Auf den ersten Blick zeigt der Vergleich von erkrankten und gesunden Kinder keine eindeutigen Unterschiede bei der Struktur des Gehirns. Das dürfte erklären, warum frühere Studien zu ADHS häufig zu widersprüchlichen Ergebnissen gekommen sind.
Laut den Wissenschaftlern ist der Grund dafür ganz einfach: ADHS ist hochgradig heterogen. Also können unterschiedliche Kinder sehr unterschiedliche Gehirnmuster aufweisen, die sich bei der gemeinsamen Analyse gegenseitig aufheben, heißt es.
Mithilfe des maschinellen Lernens sind die Kinder mit ADHS, basierend auf ihrer Hirnstruktur, in Untergruppen aufgeteilt worden. Diese Analyse zeigt zwei klar abgegrenzte Untertypen. Jeder dieser verfügt bei den Veränderungen des Gehirns über eigene Muster und eigene Assoziationen mit dem Verhalten.
Aufmerksamkeit ist Problem
Der erste Untertyp steht vorwiegend mit Problemen mit der Aufmerksamkeit in Verbindung. Diese Kinder wiesen eine Zunahme des Volumens der grauen Substanz auf. Davon betroffen sind vor allem der Frontalkortex und das Kleinhirn.
Diese Areale spielen bei der Aufmerksamkeitskontrolle, dem Planen und der Koordination eine entscheidende Rolle. Werden die Symptome stärker ausgeprägt, werden auch diese Veränderungen offensichtlicher, so die Wissenschaftler.
Beim zweiten Untertyp weisen die Kinder eher eine umfassende Abnahme des Volumens der grauen Substanz auf. Das ist vor allem bei der Zunahme der Symptome der Fall. Am stärksten betroffen sind das Kleinhirn und der Hippocampus.
Diese Areale stehen mit der motorischen Kontrolle, der Emotionsregulation, dem Gedächtnis und der Motivation in Zusammenhang. Dieser Untertyp steht zudem mit der allgemeinen Schwere der Erkrankung in Verbindung.
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