pte20260305005 in Forschung

Forscher wandeln Erdvibrationen in Strom um

Neues Verfahren des SINTEF dient dem Internet der Dinge künftig als Quelle für saubere Energie


Prototyp für die Stromerzeigung aus Vibrationen der Erde (Foto: Emma Sæther, sintef.no/en)
Prototyp für die Stromerzeigung aus Vibrationen der Erde (Foto: Emma Sæther, sintef.no/en)

Trondheim/Santiago (pte005/05.03.2026/06:15)

Claudia Pavez-Orrego vom Forschungszentrum SINTEF und ihr Team nutzen sanfte Vibrationen aus dem Inneren der Erde als Quelle für saubere Energie, die zudem noch kontinuierlich zur Verfügung steht. Viel ist zwar nicht herauszuholen, doch in einer Welt, die das Internet der Dinge (IoT) gerade erst zu nutzen beginnt, könnte daraus erzeugter Strom ein gravierendes Problem lösen: Die Energieversorgung von Milliarden Sensoren und Kommunikationssystemen, die Daten dieser weiterleiten.

Zwei Prototypen im Test

Zwar ließen sich auch Batterien nehmen. Doch diese müssen arbeitsaufwendig regelmäßig ausgetauscht werden. Die IoT-Geräte könnten auch an das Netz angeschlossen werden, doch dazu sind Leitungen und Transformatoren nötig, was vor allem in abgelegenen Gebieten problematisch ist, meinen die Experten. Als Wandler will Pavez-Orrego Piezokristalle oder Geräte einsetzen, die auf elektromagnetischer Induktion beruhen.

Die Kristalle antworten auf Bewegungen, die Druck auf sie ausüben, mit der Erzeugung von elektrischer Energie. Beim Induktionsverfahren bewegt sich ein Dauermagnet im Inneren einer Spule aus Kupferdraht. Auch dabei wird Strom erzeugt. Die SINTEF-Forscher haben den Prototypen eines Piezo-Stromerzeugers entwickelt. Kooperationspartner der Universidad de Chile konzentriere sich auf die Induktionslösung.

Einsatz in der realen Welt

Beide Geräte haben die SINTEF-Forscher auf einem Schwingungssimulator getestet. "Die Schwingungen variieren enorm zwischen Stadtzentren, Bergregionen, Industriegebieten und seismisch aktiven Zonen. Deshalb mussten wir die Technologie in verschiedenen Umgebungen testen", so SINTEF-Materialwissenschaftler Nikolai Helth Gaukås.

"Wir haben bereits eine gute Übereinstimmung zwischen den Computersimulationen und den Vibrationstests, die wir im Labor in Oslo durchgeführt haben, sodass wir nur noch zeigen müssen, dass die Technologie auch in der Praxis funktioniert", ergänzt Didrik Småbråten, der bei SINTEF in erster Linie für die Computersimulationen des Projekts verantwortlich ist.

(Ende)
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