MIT-Forscher injizieren Leberzellen mit Erfolg
Neue Organbestandteile sind in ersten Experimenten bis zu zwei Monate funktionsfähig geblieben
![]() |
Hydrogelkügelchen (unten): Diese unterstützen die Leberzellen (oben) aktiv (Foto: mit.edu) |
Cambridge (pte002/05.03.2026/06:00)
Ingenieure des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben "Mini-Lebern" entwickelt, die in den Körper injiziert werden und die Funktionen des versagenden Organs übernehmen. In Versuchen mit Mäusen blieben diese injizierten Leberzellen mindestens zwei Monate lang im Körper lebensfähig. Sie produzierten erfolgreich viele Enzyme und andere Proteine, die normalerweise in der Leber hergestellt werden.
500 lebenswichtige Funktionen
"Es sind gewissermaßen Satellitenlebern. Das kranke Organ bleibt an Ort und Stelle. Die neuen Zellen wirken wie Verstärker für deren Funktion", so MIT-Forscherin Sangeeta Bhatia. Die Leber spielt eine Rolle bei etwa 500 lebenswichtigen Funktionen, beispielsweise der Regulierung der Blutgerinnung, der Entfernung von Bakterien aus dem Blutkreislauf und der Verarbeitung von Medikamenten. Die meisten dieser Funktionen werden von Hepatozyten genannten Zellen übernommen.
In den vergangenen zehn Jahren hat Bhatia mit ihrem Team an Möglichkeiten gearbeitet, die Hepatozytenfunktion ohne eine chirurgische Lebertransplantation wiederherzustellen. Ein möglicher Ansatz besteht darin, Hepatozyten in ein Biomaterial wie ein Hydrogel einzubetten, aber auch diese Gele müssen chirurgisch implantiert werden. Eine weitere Option ist die Injektion von Hepatozyten in den Körper, wodurch eine OP überflüssig wird.
Diese bleiben allerdings nur kurze Zeit funktionsfähig. Bhatias Idee: Zellen zusammen mit Hydrogel-Mikrokügelchen injizieren, um ihnen zu helfen zusammenzubleiben und Verbindungen zu benachbarten Blutgefäßen herzustellen. Diese Kügelchen haben besondere Eigenschaften, die es ihnen ermöglichen, sich wie eine Flüssigkeit zu verhalten, wenn sie dicht gepackt sind, sodass sie sich mit einer Spritze injizieren lassen und dann im Körper ihre feste Struktur wiedererlangen.
Hydrogel als Lebensversicherung
Forscher haben immer wieder die Verwendung von Hydrogel-Mikrokügelchen zur Förderung der Wundheilung untersucht, da sie den Zellen helfen, in die Zwischenräume zwischen den Kügelchen zu wandern und neues Gewebe aufzubauen. Das MIT-Team hat diese so angepasst, dass sie den Hepatozyten helfen, nach der Injektion ein stabiles Gewebetransplantat zu bilden.
Zudem wuchsen Adern in die Transplantate hinein, die sie mit Nährstoffen versorgten. Mit dieser innovativen Technik der MIT-Wissenschaftler könnte die Zeit überbrückt werden, bis betroffenen Patienten eine Spenderleber zur Verfügung steht. In einigen Fällen könnte sich die Leber sogar erholen, weil sie entlastet wird, heißt es von den Experten.
(Ende)| Aussender: | pressetext.redaktion |
| Ansprechpartner: | Wolfgang Kempkens |
| Tel.: | +43-1-81140-300 |
| E-Mail: | kempkens@pressetext.com |
| Website: | www.pressetext.com |


