pte20260303026 in Forschung

Handschuhe fangen künftig Klimagas CO2 ein

Forscher der Universität Aarhus wollen mit modifiziertem Abfall gegen den Klimawandel vorgehen


Einweghandschuhe: Sie können den Klimawandel bremsen (Foto: Leo, pixabay.com)
Einweghandschuhe: Sie können den Klimawandel bremsen (Foto: Leo, pixabay.com)

Aarhus (pte026/03.03.2026/11:30)

Simon Kildahl von der Universität Aarhus modifiziert Wegwerfhandschuhe aus Nitrilkautschuk so, dass sie beim Verbrennen CO2 aus Rauchgasen oder aus der Luft einfangen. So ist eine Umwandlung in Treibstoffe oder durch Endlagerung in tiefen geologischen Schichten eine Verbannung aus der Atmosphäre möglich.

Stücke wieder nutzbar

"Konkret schreddern wir die Gummihandschuhe in kleine Stücke. Diese reagieren dann, unterstützt von einem Katalysator auf Rutheniumbasis, mit Wasserstoff, woraufhin sie CO2 binden können. In der Praxis könnte dies beispielsweise in einem Kraftwerk stattfinden", erklärt Kildahl.

Dass es funktioniert, hat der Forscher im Labor mit - allerdings simuliertem Rauchgas - bewiesen, wie es fossile Kraftwerke emittieren. Um das gebundene CO2 wieder freizusetzen, wird das Material auf 100 Grad Celsius erwärmt. Die modifizierten Partikel können danach erneut genutzt werden, um CO2 einzufangen.

Fast jedes Atom Abfall

Um die weitgehend als nötig empfundenen Klimaziele zu erreichen, muss CO2 aus Verbrennungsanlagen oder direkt aus der Luft abgeschieden werden. Das Problem ist, dass die derzeitigen Methoden eine Ausweitung der Ölförderung erfordern, was zwangsläufig den Gesamtnutzen für das Klima verringert.

"Deshalb ist es klug, ein in so großen Mengen verfügbares Abfallmaterial zu nutzen, anstatt mehr Öl aus dem Boden zu fördern. Mit dem Gummihandschuh können wir ein Material zur CO2-Abscheidung herstellen, bei dem fast jedes Atom im Produkt aus Abfall stammt, mit Ausnahme einer kleinen Menge Wasserstoff, der idealerweise über Power-to-X aus Wasser gewonnen werden kann", betont Kildahl.

(Ende)
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