Chemikalien schaden Männern in Lebensmitte
Shanghai Jiao Tong University School of Medicine: PFAS bei 95 Prozent der Menschen nachgewiesen
![]() |
Mann mittleren Alters: Körper reagiert anders auf PFAS (Foto: pixabay.com, YasDO) |
Schanghai (pte013/26.02.2026/10:30)
Bestimmte ewige Chemikalien, vor allem Perfluornonansäure (PFNA) und Perfluorooctanesulfonamide (PFOSA), beschleunigen die biologische Alterung. Davon am stärksten betroffen sind Männer mittleren Alters, zeigt eine Studie der Shanghai Jiao Tong University School of Medicine. Laut Forschungsleiter Xiangwei Li bringen einige neuere Alternativen zu per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) nicht unbedingt ein geringeres Risiko mit sich.
Umfassende Datenerhebung
Die Forscher haben die öffentlichen Daten zu einer repräsentativen, nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Gruppe von 326 älteren Männern und Frauen in China ausgewertet. Sie hatten 1999 und 2000 an der "US National Health and Nutrition Examination Survey" (NHANES) teilgenommen. Alle Teilnehmer hatten zusätzlich eine Blutprobe zur Verfügung gestellt. Sie wurde auf die Konzentration von elf PFAS untersucht.
In den Blutzellen der Probanden ist zudem das DNA-Methylom ermittelt worden, wie die Wissenschaftler betonen. Dabei handelt es sich um einen epigenetischen Marker, der die Expression von Genen reguliert. Mittels Fragebögen wurden demografische und sozioökonomische Variablen sowie Lebensstilfaktoren ermittelt. Die Forschungsergebnisse sind in "Frontiers in Aging" veröffentlicht.
Epigenetische Uhren geprüft
Die Experten haben diese DNA-Methylom-Daten nun in den Algorithmus für zwölf ältere und erst kürzlich entwickelte epigenetische Uhren eingepflegt. Sie wollten so das biologische Alter jeder teilnehmenden Person feststellen. Frühere NHANES hatten bereits gezeigt, dass höhere PFAS-Konzentrationen im Blut eher mit einer schnelleren biologischen Alterung in Zusammenhang stehen. Dafür sind wahrscheinlich vermehrte Entzündungen verantwortlich.
PFNA und PFOSA konnten im Blut von 95 Prozent der Teilnehmer nachgewiesen werden. Höhere Konzentrationen dieser beiden Chemikalien erweisen sich bei Männern zwischen 50 und 64 Jahren als starke Prädiktoren für eine schnellere epigenetische Alterung. Frauen sind davon nicht betroffen. Weitere PFAS sind bei zumindest 85 Prozent des Samples nachgewiesen worden.
Dabei handelte es sich um EPAH, MPAH, PFOS, PFOA und PFHS. Die gesamten Konzentrationen von PFAS weisen bei Frauen und Männern oder altersübergreifend keine Unterschiede auf, heißt es. Es gab auch keinen Zusammenhang zwischen den Konzentrationen von EPAH, MPAH, PFHS, PFOA oder PFOS und dem biologischen Alter.
Körper ist deutlich anfälliger
Laut Erstautorin Ya-Qian Xu ist die Lebensmitte ein sensibles biologisches Fenster. Der Körper wird anfälliger für altersbedingte Stressfaktoren. Das könnte erklären, warum diese Menschen stärker auf eine biologische Belastung reagieren. Li zufolge dürfte das Risiko bei Männern höher sein, da die analysierten Alterungsmarker stark von Faktoren des Lebensstils wie dem Rauchen beeinflusst werden. Damit kann sich die schädigende Wirkung dieser Schadstoffe noch weiter verstärken.
(Ende)| Aussender: | pressetext.redaktion |
| Ansprechpartner: | Moritz Bergmann |
| Tel.: | +43-1-81140-300 |
| E-Mail: | bergmann@pressetext.com |
| Website: | www.pressetext.com |


