pte20260225003 in Forschung

Holzabfälle werden bald zu Hightech-Bauteilen

Innovatives Verfahren von Materialforschern der Universität Oulu verwendet Harze aus Holzresten


Baumharz-Verbundplatten der Universität Oulu im Wettertest (Foto: Juha Heiskanen, oulu.fi)
Baumharz-Verbundplatten der Universität Oulu im Wettertest (Foto: Juha Heiskanen, oulu.fi)

Oulu (pte003/25.02.2026/06:10)

Forscher der Universität Oulu haben ein neues Harz für Hochleistungsverbundwerkstoffe entwickelt. Es lässt sich künftig beispielsweise beim Bau der Flügel von Windgeneratoren, im Transportwesen, beim Schiffbau und im Bauwesen einsetzen. Statt auf der Basis von Erdöl, das von den Ländern Europas weitgehend importiert werden muss, wird dieses Bindemittel aus Abfallholz hergestellt, das in Europa in großen Mengen anfällt.

Ebenbürtig zu fossilen Pendants

Die neuen Epoxid- und Polyesterharze, die aus Plattformchemikalien auf der Basis von Biomasse hergestellt werden, sind ihren fossilen Pendants ebenbürtig oder übertreffen diese sogar. Die Rohstoffe stammen aus reichlich vorhandenen Nebenprodukten der Forst- und Landwirtschaft wie Sägemehl und Stroh. So werden ehemalige Abfälle in fortschrittliche Materialien für anspruchsvolle Anwendungen verwandelt.

Polyesterharze werden häufig in Glasfaserverbundwerkstoffen wie Booten und Wohnwagen verwendet. Epoxidharze sind hingegen unverzichtbar in Klebstoffen und Hochleistungsverbundwerkstoffen, die in Sportgeräten und Industriekomponenten zu finden sind.

Umdenken in Chemieindustrie

"Das von uns entwickelte Polyesterharz weist eine um bis zu 76 Prozent höhere Zugfestigkeit auf als ein handelsübliches Polyesterharz auf fossiler Basis", so Doktorand Mikko Salonen. Und Kollege Juha Heiskanen ergänzt: "Biobasierte Harze werden im Vergleich zu fossilen Harzen keinen signifikanten Preisunterschied aufweisen."

Neu an dem Verfahren der beiden Forscher ist die Herstellung der Plattformchemikalien aus Holzabfällen. Die wichtigsten Bausteine - darunter Hydroxymethylfurfural und Furfural - werden aus Zellulose und Hemicellulose gewonnen, die in lignozellulosehaltiger Biomasse wie Holz und Stroh gebunden sind. "Diese Plattformchemikalien können auf den bestehenden Produktionslinien der chemischen Industrie verarbeitet werden", meint Heiskanen.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Verbundwerkstoffen - wie denen, die in Windturbinenblättern verwendet werden und bekanntermaßen schwer zu recyceln sind - können die neuen Materialien chemisch abgebaut und als Rohstoffe wiederverwendet werden. Dies eröffnet einen Weg zur zirkulären Verbundwerkstoffherstellung, heißt es.

Und da weniger als zwei Prozent der weltweiten Ölreserven in den Ländern der Europäischen Union lagern, hat die Ausweitung der Verwendung von biobasierten Materialien dort strategische Bedeutung. Biomassebasierte Harze bieten eine Möglichkeit, die Materialautarkie zu stärken und gleichzeitig die Ziele des Klimaschutzes und der Kreislaufwirtschaft voranzutreiben, so die Forscher abschließend.

(Ende)
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