Bakterium frisst Tumor künftig von innen auf
Versuche von Forschern der University of Waterloo mit Clostridium sporogenes vielversprechend
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Krebs: Neuer Behandlungsansatz bei Tumoren entwickelt (Foto: pixabay.com, PDPics) |
Waterloo (pte017/24.02.2026/10:30)
Forscher der University of Waterloo entwickeln ein neuess Tool zur Behandlung von Krebs. Hungrige Bakterien werden dazu gebracht, Tumore tatsächlich von von innen nach außen zu fressen. Laut Forschungsleiter Marc Aucoin gelangen die Sporen der Bakterien in den Tumor. Dort finden sie ein bevorzugtes Umfeld mit vielen Nährstoffen. Unter Abwesenheit von Sauerstoff beginnen sie zu wachsen. "Jetzt kolonialisieren wir diesen entscheidenden Bereich und die Bakterien befreien den Körper vom Tumor."
Ganz ohne Sauerstoff
Entscheidend für diesen Ansatz ist das Bakterium Clostridium sporogenes, das häufig in der Erde vorkommt und nur in einem Umfeld wachsen kann, das völlig frei von Saurestoff ist. Der Kern eines soliden, bösartigen Tumors besteht aus abgestorbenen Zellen und ist sauerstofffrei. Damit ist er der ideale Nährboden für die Vermehrung dieses Bakteriums. Es gibt dabei jedoch eine biologische Falle.
Erreichen die krebsfressenden Bakterien die äußeren Ränder des Tumors, sind sie geringen Mengen von Sauerstoff ausgesetzt und sterben ab, ohne sie vollständig zerstört zu haben. Um dieses Problem zu lösen, haben die Forscher dem Organismus ein Gen eines verwandten Bakteriums hinzugefügt. Dieses Bakterium kann besser mit Sauerstoff umgehen und daher länger nahe des abgezielten Tumors leben.
In der Folge hat das Team eine Möglichkeit gefunden, das sauerstoffresistente Gen genau zum richtigen Zeitpunkt zu aktivieren. Dafür ist ein als "Quorum Sensing" bekanntes Verfahren eingesetzt worden. Diese Aktivierung ist entscheidend dafür zu verhindern, dass sich die Bakterien in sauerstoffreichen Bereichen wie dem Blut vermehren.
Stromkreis aus DNA
In einer Studie haben die Forscher bereits gezeigt, dass sich Clostridium sporogenes so modifizieren lässt, dass es Sauerstoff verträgt. In der folgenden Studie ist das Quorum-Sensing-System getestet worden, indem die Bakterien dazu gebracht wurden, ein grünes fluoreszierendes Protein zu produzieren.
Laut Forscher Brian Ingalls ist mittels synthetischer Biologie so etwas wie einen Stromkreis aus DNA-Stücken hergestellt worden. "Jeder Teil hat seine eigene Aufgabe. Wird es korrekt zusammengebaut, entsteht ein System, das auf eine vorhersehbare Art und Weise arbeitet", so der Forscher. Die Ergebnisse sind in "ACS Synthetic Biology" veröffentlicht worden.
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