Zwei Bakterien verursachen eine Verstopfung
Akkermansia muciniphila und Bacteroides thetaiotaomicron zerstören schützende Darmschleimschicht
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Bakterien: Hoffnung auf neue Medikamente (Foto: Tomonari Hamaguchi, en.nagoya-u.ac.jp) |
Nagoya (pte011/19.02.2026/10:30)
Forscher der Nagoya University haben mit Akkermansia muciniphila und Bacteroides thetaiotaomicron zwei Darmbakterien als Verursacher chronischer Verstopfungen identifiziert. Sie zerstören die Schleimschicht, die den Darm und Fäkalien feucht halten. Ein übermäßiger Abbau führt zu einem trockenen und unbeweglichen Stuhl. Die in "Gut Microbes" veröffentlichten Ergebnisse erklären, warum Standardbehandlungen bei Millionen Patienten mit chronischer Verstopfung nicht wirken.
Vorgang entschlüsselt
Die Wissenschaftler haben sich auf die schützende Schleimschicht im Dickdarm konzentriert. Sie kleidet die Darmwände aus und ist auch im Stuhl vorhanden. Sie hält den Stuhl feucht, hilft ihm beim reibungslosen Durchgang durch den Darm und schützt die Darmwände vor Bakterien. Zwei Bakterien arbeiten nacheinander daran, diese Mucine abzubauen. B. thetaiotaomicron nutzt Enzyme, um schützende Sulfatgruppen im Schleim zu entfernen. A. muciniphila baut den Mucin ab und konsumiert ihn.
Studienautor Tomonari Hamaguchi und sein Team haben B. thetaiotaomicron gentechnisch so verändert, dass das Bakterium nicht länger das Enzym Sulfatase aktiviert. Dieses entfernt die Sulfatgruppen aus dem Mucin. "Wir verabreichten diese modifizierten Bakterien gemeinsam mit Akkermansia muciniphila keimfreien Mäusen. Diese Tiere entwickelten keine Verstopfung und die Schleimhaut blieb geschützt und intakt."
Parkinson auch betroffen
Dem Experten nach könnten auch Medikamente, die Sulfatase blockieren, zur Behandlung einer bakteriellen Verstopfung eingesetzt werden. Bemerkenswert ist auch, dass Parkinson-Patienten Jahrzehnte vor dem Auftreten eines Tremors über höhere Werte dieser schleimabbauenden Bakterien verfügen.
Das Auftreten einer Verstopfung bei diesen Patienten wurde von der Wissenschaft bisher traditionell der Neurodegeneration zugeschrieben. Die aktuellen Forschungsergebnisse gehen aber davon aus, dass die Aktivität der Bakterien eine entscheidende Rolle beim Entstehen der Symptome spielt.
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