pte20260219002 in Business

Mitarbeiter sehen in Robotern einen Rivalen

Manager können die verhängnisvollen Folgen in Bezug auf die Arbeitsmoral zielgerichtet abmildern


Interaktion: Nicht jeder hat Spaß mit Roboter-Kollegen (Foto: This_is_Engineering, pixabay.com)
Interaktion: Nicht jeder hat Spaß mit Roboter-Kollegen (Foto: This_is_Engineering, pixabay.com)

Toronto/Shenzhen (pte002/19.02.2026/06:05)

Mitarbeiter-Teams, in die Roboter integriert sind, haben oft Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Xian Zhao von der Ohio University hat mit Geoffrey Leonardelli von der University of Toronto die veränderte Arbeitswelt untersucht. Ihnen zufolge drücken die beschriebenen Vorbehalte auf die Arbeitsmoral, insbesondere wenn es um Leistungsvergleiche geht. So, wie sich Mitarbeiter oft in Cliquen aufteilen, können sie sich in Konkurrenz zu ihren Roboter-Kollegen und sich von ihnen übertroffen fühlen. Deshalb sollten Manager darauf achten, wie Menschen mit ihren Roboter-Kollegen umgehen, heißt es.

Roboter als eine "Outgroup"

"Roboter stellen eine neue Art von Outgroup am Arbeitsplatz dar, da von ihnen oft erwartet wird, dass sie Menschen in ihrer Leistung übertreffen. Diese Besonderheit führt dazu, dass Leistungsvergleiche mit Robotern besonders leicht zu einer realistischen Bedrohung für die Arbeitsplatzsicherheit der Mitarbeiter werden", sagt Zhao.

Das hat sich in fünf Experimenten gezeigt, die Zhao, Leonardelli und Xiaoxiao Zhang von der Shenzhen Universität mit mehr als 2.500 Teilnehmern in China und Kanada durchgeführt hat. Teilnehmer, die sich vorstellen sollten, schlechtere Leistungsbewertungen als Roboter zu erhalten, fühlten sich in ihrem Job eher bedroht als Kollegen, denen es nicht so erging.

Sie berichteten auch von einer negativeren Einstellung zu ihrer Arbeit, geringerer Bindung an das Unternehmen und weniger Arbeitszufriedenheit. Die Manipulation des Aussehens der Roboter, um sie menschenähnlicher zu gestalten, konnte die negativen Gefühle nicht mildern. Ähnlich reagieren Mitarbeiter, wenn menschliche Kollegen besser bewertet werden.

Roboter eher Assistenten

Laut den Wissenschaftlern könnten Arbeitgeber die Ängste der menschlichen Mitarbeiter auf zwei Arten bekämpfen. Zum einen sollten sie Mitarbeiter aus Fleisch und Blut nicht einzeln bewerten, sondern die aus Menschen und Robotern bestehende Arbeitsgruppe insgesamt. Das führe nicht zu Ängsten. Zum anderen sollten Roboter von vornherein zu Assistenten erklärt werden, statt ihnen Führungsaufgaben zuzusprechen, auch wenn sie diese ausübten.

(Ende)
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