pte20260219001 in Leben

Gel heilt chronische Wunden mit Sauerstoff

Neuer Ansatz der University of California Riverside verhindert dauerhaftes Leid und Amputation


Schematische Darstellung der neuartigen Wundheilung (Illustration: Iman Noshadi, ucr.edu)
Schematische Darstellung der neuartigen Wundheilung (Illustration: Iman Noshadi, ucr.edu)

Riverside (pte001/19.02.2026/06:00)

Forscher der University of California Riverside (UCR) um Iman Noshadi heilen mit einem neuartigen Gel, das mithilfe einer winzigen Batterie Sauerstoff erzeugt, chronische Wunden. Allein in Deutschland leiden mehr als eine Mio. Menschen daran, in Österreich sind es mehr als 250.000. In der Schweiz dürften es ähnlich viele sein. Derartige Wunden, die vor allem bei Diabetikern und älteren Menschen auftreten, können im Extremfall zur Amputation eines Körpergliedes führen.

In Wunden fehlt Sauerstoff

"Die Heilung chronischer Wunden erfolgt in vier Phasen: Entzündung, Vaskularisierung, bei der das Gewebe beginnt, Blutgefäße zu bilden, Umbau und Regeneration oder Heilung. In jeder dieser Phasen ist der Mangel an einer stabilen, konstanten Sauerstoffversorgung ein großes Problem", so Noshadi. Oft erhielten die unteren Bereiche solcher Wunden keinen Sauerstoff oder zu wenig. So vermehrten sich Bakterien, die Entzündung breite sich weiter aus und die Wunde werde chronisch.

Das neue Gel wirkt dem entgegen, wie die UCR-Entwickler in Tierversuchen nachgewiesen haben. Es enthält Wasser sowie eine cholinbasierte Flüssigkeit, die antibakteriell, ungiftig und biokompatibel ist. Cholin ist ein vitaminähnlicher Nährstoff. In Kombination mit einer kleinen Batterie, ähnlich der in einem Hörgerät, wird das Gel zu einem winzigen Elektrolyseur, der Wassermoleküle spaltet und einen gleichmäßigen Sauerstoffstrom erzeugt.

Gel dringt in jede Spalte ein

Im Gegensatz zu klassischen Behandlungen, die nur an der Oberfläche Sauerstoff zuführen, passt sich das Gel der individuellen Form jeder Wunde an und füllt Spalten, in denen der Sauerstoffgehalt oft am niedrigsten und das Infektionsrisiko am höchsten ist. Bevor es aushärtet, passt sich das Material präzise an die Konturen des beschädigten Gewebes an, so die UCR-Forscher.

Bei Tests an Mäusen haben sich zuvor chronische Wunden geschlossen, die mit dem sauerstoffaktivierenden Gel behandelt worden sind - und das innerhalb von durchschnittlich 23 Tagen. "Diese Innovation bietet die Chance, Amputationen zu reduzieren, die Lebensqualität zu verbessern und dem Körper das zu geben, was er braucht, um sich selbst zu heilen", sagt Noshadi abschließend.

(Ende)
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