pte20260218010 in Forschung

Barbados nutzt bald Wellen zur Stromerzeugung

Dänische Firma Wavepiston baut 50-Megawatt-Kraftwerk und sichert Trinkwasserversorgung


Funktionsprinzip: an einer Schnur aufgereihte Energiesammler (Foto: wavepiston.dk)
Funktionsprinzip: an einer Schnur aufgereihte Energiesammler (Foto: wavepiston.dk)

Bridgetown/Helsingør (pte010/18.02.2026/11:42)

Die Regierung des karibischen Inselstaates Barbados hat über ihre Agentur Export Barbados eine Absichtserklärung mit dem dänischen Unternehmen Wavepiston für ein 50-Megawatt-Projekt zur kommerziellen Nutzung von Wellenenergie unterzeichnet. Auf Gran Canaria ist eine Anlage bereits in Betrieb.

Schnur mit 32 Energiesammlern

Die Wellenstrom soll nicht nur das öffentliche Netz entlasten, sondern auch für die Gewinnung von Trinkwasser aus dem Meer dienen. Die Trinkwasserversorgung ist zwar noch sicher, die Verfügbarkeit sinkt jedoch von Jahr zu Jahr. Bisher wird Barbados vor allem von fossilen Kraftwerken versorgt. Wind- und Sonnenkraftwerke sind allerdings geplant.

Wavepiston bietet ein modulares Offshore-Wellenenergiesystem, das die konstante Bewegung der Meereswellen in Strom umwandelt. Das Herzstück bildet eine lange, flexible Schnur mit einer Länge von typischerweise etwa 350 Metern, die küstennah im Meer verankert ist. Daran hängen wie Perlen an einer Schnur bis zu 32 "Fahnen", die im Takt der Wellen flattern. Deren Bewegung treibt eine Hydraulikpumpe an, die Meerwasser zu einer landgestützten Zentrale transportiert.

Dort wird es in einer Standard-Wasserkraftturbine zur Stromerzeugung genutzt. Die Leistung einer solchen Schnur liegt bei rund 200 Kilowatt. Vor der Küste von Barbados müssen also 2.500 dieser energieerzeugenden Schnüre installiert werden, um das 50-Megawatt-Ziel zu erreichen, betonen die Energieexperten.

Trinkwasserversorgung sichern

Da sich jede "Fahne" etwas phasenverschoben zur nächsten bewegt, während sich die Wellen entlang der Kette fortbewegen, erzeugt das System einen gleichmäßigen Fluss des Wassers zur Zentrale an Land und nicht die für viele Wellenenergieanlagen typischen plötzlichen Energiestöße, die schwer zu beherrschen sind.

Die erzeugte Energie wird zum Teil ins Netz eingespeist, zum Teil treibt sie die Pumpe einer sogenannten Umkehrosmoseanlage an, die Meerwasser entsalzt. Deren theoretische Kapazität liegt bei etwa zehn Mio. Liter pro Stunde, heißt es abschließend von den Projektbeteiligten.



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