pte20260217013 in Leben

Weniger Kinder wegen Lockdown misshandelt

Trügerische Zahlen in Kanada - Nach Ende der Maßnahmen 80 Prozent mehr auf Intesivstation


Kleinkind: Misshandlungen leider oft trauriger Alltag (Foto: pixabay.com, tookapic)
Kleinkind: Misshandlungen leider oft trauriger Alltag (Foto: pixabay.com, tookapic)

Vancouver (pte013/17.02.2026/10:30)

Krankenhausaufnahmen aufgrund der Misshandlung von Kindern unter zwei Jahren sind während des 16 Wochen dauernden Lockdowns zu Beginn der COVID-19-Pandemie in Kanada gesunken. Nach der Aufhebung der Einschränkungen kehrte die Anzahl Misshandlungen wieder zu den ursprünglichen Werten zurück, wie eine Studie des BC Children's Hospital Research zeigt. Demnach hat auch die Anzahl der Aufnahmen auf der Intensivstation nach dem Lockdown wieder um 80 Prozent zugenommen.

Kein realer Rückgang

Laut Forschungsleiter Matthew Carwana sind diese Entwicklungen auf eine verzögerte Identifizierung der Fälle oder das Fehlen von Krankenhausaufnahmen bei eher leichteren Verletzungen zurückzuführen. Dem Kinderarzt nach ist es jedoch nicht zu einem tatsächlichen Rückgang der Kindesmisshandlungen gekommen.

"Kleine Kinder, die misshandelt wurden, dürften aufgrund des eingeschränkten Zugangs zu einer medizinischen Versorgung nicht die notwendige Versorgung erhalten haben", so Carwana. Diese frühen verpassten Diagnosen sowie der mit der Pandemie einhergehende Stress dürften zum späteren Anstieg der Einlieferungen in die Notaufnahme geführt haben, heißt es in der aktuellen Studie.

Mehr Misshandlungen

Die strengen Maßnahmen, die während der ersten Phase der Pandemie erlassen wurden, hatten eine Vielzahl von Auswirkungen. Sie führten zu einer Störung der normalen Abläufe, der Schließung von Schulen, einem eingeschränkten Zugang zu Hausärzten, einem zunehmenden Haushaltsstress und der Isolation der Eltern. Diese Faktoren könnten zum Anstieg der Misshandlungen von Kindern geführt haben. Bisher haben jedoch nur wenige Studien diesen Zusammenhang untersucht.

Die Forscher des Pediatric Outcomes Improvement Through Coordination of Research Networks haben die Krankenhauseinweisungen während der Pandemie von 1. bis 25. März 2023 mit dem Zeitraum von 3. April 2016 bis 29. Februar 2020 verglichen. Insgesamt kam es bei Kindern unter zwei Jahren zu 1.518 Einweisungen aufgrund einer Kindesmisshandlung. Die Forschungsergebnisse sind im "Canadian Medical Association Journal" nachzulesen.

(Ende)
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