Licht entfernt CO2 sicher aus Industrieabgasen
Wissenschaftler-Team entwickelt energetisch günstige Alternative - Anwendbarkeit wird noch dauern
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Rauchender Schlot: Mit Licht lassen sich Gase CO2-entschärfen (Foto: Kamil Szerlag, pixabay.com) |
Groningen (pte002/17.02.2026/06:05)
Grünes und blaues Licht, kombiniert mit einem stabilen Gerüst aus Kohlenstoffatomen, könnte zur neuen Waffe gegen den Klimawandel werden - zumindest wenn es nach Ben Feringa von der Reichsuniversität Groningen und seinen Kollegen von der Universität Warschau sowie der Universität Milano-Bicocca geht. Die Poren sind nur so groß, dass CO2-Moleküle hineinpassen. Im Inneren befinden sich molekulare Schalter, die auf Licht reagieren. Blau hält sie in einer Stellung, in der sie CO2 einfangen und festhalten, grünes Licht legt den Schalter um, sodass ein Teil des CO2 freigesetzt wird.
Gerüst mit molekularen Schaltern
Das Team aus Italien hat das Gerüst beigesteuert, das einem metallorganischen Gerüst (MOF) ähnelt. Das ist ein hochporöses Material, aufgebaut aus organischen Molekülen und Metallen. Feringas Team hat die molekularen Schalter entwickelt. Die Tests des neuen Materials im Labor waren ein Erfolg. Das Gerüst fing CO2 zuverlässig ein und gab es wieder ab. Dieser Zyklus ließ sich mehrfach wiederholen, ohne dass es an Festigkeit einbüßte oder seine Fähigkeit, CO2 zu binden und wieder freizusetzen, zu verlieren.
Perspektivisch könnte das Gerüst eingesetzt werden, um CO2 aus den Rauchgasen von fossilen Kraftwerken und Industrieanlagen zu entfernen. Die meist heißen Abgase aus diesen Quellen, die oft ätzende Chemikalien enthalten, könnten den Gerüsten nichts anhaben, weil sie gegen beide Angreifer immun sind. Trotzdem glauben die Entwickler, dass sie noch einige Zeit brauchen, um sie in der Praxis einzusetzen, weil sie bisher noch kein effektives und kostengünstiges Herstellungsverfahren gefunden haben.
Bisherige Technik zu energieintensiv
Bisher wird CO2 aus Rauchgasen mithilfe von Waschverfahren entfernt. Das funktioniert nur, wenn die Abgase zuvor abgekühlt werden. Zur Freisetzung muss die Waschflüssigkeit erhitzt werden. Da diese Technik sehr viel Energie erfordert, hat sie sich nicht durchgesetzt. Licht könnte die Lösung sein, weil es sich mit geringem Energieaufwand erzeugen lässt, unterstreichen die Wissenschaftler abschließend.
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