Datenschutz kann ein Wettbewerbsvorteil sein
University of Nebraska-Lincoln: "Privacy Stewardship" zahlt sich für viele Unternehmen aus
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Schutzschild für Daten: Das kommt bei Kunden oftmals positiv an (Bild: Gerd Altmann, pixabay.com) |
Lincoln (pte001/17.02.2026/06:00)
Unternehmen, die Kundendaten transparent, sorgfältig und mit klarer Kommunikation behandeln, haben durch "Privacy Stewardship" einen messbaren Wettbewerbsvorteil. Zu dem Schluss kommt Natalie Chisam von der University of Nebraska-Lincoln. Privacy Stewardship bezeichnet den verantwortungsvollen, ethischen Umgang mit personenbezogenen Daten, bei dem Firmen nicht als Eigentümer, sondern als treuhänderische Verwalter agieren. Dies stärke die Kundenbindung und erhöhe finanzielle Erträge.
Belohnung für Unternehmen
"Vertrauen ist eine knappe Ressource. Marken, die signalisieren, dass ihnen der Datenschutz wichtig ist, können sich in einem umkämpften Markt von anderen abheben", weiß Chisam. Ihre Studie zeigt ein klares Muster: Kunden belohnen Unternehmen, die verantwortungsbewusst mit dem Datenschutz umgehen. Dennoch hätten viele Firmen Schwierigkeiten, Datenschutzmaßnahmen effektiv umzusetzen.
"Unternehmen investieren entweder zu wenig oder verfolgen Initiativen, die bei den Kunden keinen Anklang finden. Der Schlüssel liegt darin, Datenschutzmaßnahmen an den Erwartungen der Kunden und ihrem Risikobewusstsein auszurichten", unterstreicht die US-Wissenschaftlerin.
Online-Versprechen verpuffen
Bei Unternehmen, die stark darauf angewiesen sind, mit personenbezogenen Daten Geld zu machen, wie beispielsweise Social-Media-Plattformen, sind Datenschutzanstrengungen allerdings weniger effektiv, weil die Nutzer sie infrage stellen, ist sich die Fachfrau sicher und ergänzt: "Kunden betrachten Datenschutzversprechen dieser Unternehmen häufig als unaufrichtig." In stark regulierten Branchen wie dem Gesundheits- und dem Finanzwesen hätten Datenschutzmaßnahmen ebenfalls weniger Auswirkungen, da Kunden in der Regel davon ausgingen, dass dort ohnehin strenge Schutzmaßnahmen getroffen werden.
"Datenschutzmanagement ist effektiver für Marken mit hoher Affinität und starkem Ruf, wie Patagonia oder Unilever, deren Datenschutzversprechen als authentisch angesehen werden. Es findet auch in Situationen mit hohem Risiko Anklang, beispielsweise nach einer Datenpanne oder in Branchen, in denen der Missbrauch personenbezogener Daten an der Tagesordnung ist", so die Expertin.
Ihr zufolge sollten datenabhängige Unternehmen, die in einem risikoreichen Umfeld tätig sind, ihre Fähigkeit zum Schutz von Kundendaten betonen, während eine beliebte Marke in einem risikoarmen Umfeld ihr Engagement für kundenorientierte Werte hervorheben könne.
"Datenschutz ist am wirkungsvollsten, wenn Kunden ihn für authentisch halten und ihn am dringendsten benötigen. Es geht nicht nur um die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften. Es geht darum, Vertrauen aufzubauen und so einen Wettbewerbsvorteil zu erhalten", verdeutlicht Chisam abschließend.
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