pte20260212022 in Business

Unternehmen auf Krisenfall nicht gut vorbereitet

KPMG-Studie sieht in vielen Branchen Defizite bei Notfallplänen, Schulungen und Zuständigkeiten


Angriff: Darauf sind viele Unternehmen kaum vorbereitet (Bild: pixabay.com, TheDigitalArtist)
Angriff: Darauf sind viele Unternehmen kaum vorbereitet (Bild: pixabay.com, TheDigitalArtist)

Berlin (pte022/12.02.2026/12:30)

Trotz dem Bewusstsein für sicherheitsrelevante Krisenlagen sind viele Unternehmen in Deutschland nur unzureichend darauf vorbereitet. Laut der Studie "Navigating Geopolitics" des Wirtschaftsprüfers KPMG stufen lediglich 62 Prozent der Firmen das Thema gesamtstaatliche Verteidigung als relevant für ihr Unternehmen ein.

350 Führungskräfte befragt

Dem Report nach zeigen sich gleichzeitig deutliche strategische und organisatorische Lücken: Nur 27 Prozent verfügen über klar definierte geopolitische Krisenszenarien, 36 Prozent haben keine feste Ansprechperson oder zuständige Einheit, schreiben die Studienautoren in ihrem Bericht, für den rund 350 deutsche Führungskräfte aus zwölf Branchen befragt worden sind.

"Unternehmen übernehmen heute eine zentrale Rolle in der gesamtstaatlichen Verteidigung. Das Bewusstsein für sicherheitsrelevante Entwicklungen wächst, doch vielerorts fehlen noch klare Routinen und belastbare Strukturen, um im Ernstfall handlungsfähig zu sein", unterstreicht Carsten Schiewe, Partner bei KPMG in Deutschland.

Frühes Organisieren wichtig

Dem Experten nach greift die Fokussierung auf Vorsorge zu kurz. "Wer Sicherheit, Prozesse und Zuständigkeiten frühzeitig organisiert, erhöht die eigene Resilienz und erschließt zugleich neue Marktchancen", so Schiewe. Zwar verfügen 88 Prozent der Firmen über ein formales Krisen- oder Notfall-Management. In der Praxis wird es jedoch häufig zu selten überprüft.

42 Prozent aktualisieren Konzepte nur einmal jährlich oder noch seltener. Operative Resilienz-Maßnahmen blieben begrenzt, so die Feststellung. 39 Prozent der Firmen hätten belastbare Notfallpläne, physische Schutzmaßnahmen (36 Prozent) oder Cyber-Security-Konzepte (36 Prozent) etabliert. Nur 33 Prozent würden Belegschaften sensibilisieren und schulen.

Versorger, Telkos und digitaler Infrastrukturanbieter verfügen laut dem Bericht vergleichsweise häufiger über definierte Zuständigkeiten und Notfallstrukturen. Zurückhaltender zeigen sich in Maschinenbau, Gesundheitswesen der verarbeitenden Industrie. Hier würden öfter belastbare Szenarien, regelmäßige Überprüfungen oder klar verankerte Verantwortlichkeiten fehlen.

(Ende)
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