Echokammern im Social Web sind kein Zufall
University of Rochester: Tolerantere Algorithmen könnten Polarisierungen erheblich verhindern
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Echokammer: Algorithmen könnten diese einfach verhindern (Bild: Gerd Altmann, pixabay.com) |
Rochester (pte002/12.02.2026/06:05)
Echokammern im Social Web sind laut Forschern um Ehsan Hoque von der University of Rochester keine Zufallserscheinungen, sondern zumindest teilweise eine Design-Entscheidung der Plattformbetreiber. Mit überraschend einfachen Eingriffen könne dieser Teufelskreis durchbrochen werden, sodass die Entscheidung, was Nutzern präsentiert wird, verstärkt auf dem Zufallsprinzip basiert.
Überzeugung beeinflussbar
Die Forscher haben die Rigidität von Überzeugungen mit Experimenten identifiziert und beurteilt, ob die Einführung von mehr Zufälligkeit in ein soziales Netzwerk dazu beitragen könnte, diese zu verringern. Untersucht worden ist, wie 163 Teilnehmer auf Aussagen zu Themen wie Klimawandel reagierten, nachdem sie simulierte Social-Media-Kanäle nutzten, von denen einige nach dem Vorbild traditionellerer Social-Media-Kanäle gestaltet waren und andere mehr Zufälligkeit aufwiesen.
Zufälligkeit bedeutet, die übliche Logik "Zeig mir mehr von dem, womit ich bereits übereinstimme", die heute viele Algorithmen antreibt, zu lockern. Folgerichtig erhielten die Nutzer neben den von ihnen explizit ausgewählten Informationen mit einer speziellen Tendenz auch solche, die eine andere Meinung vertraten. "In einer Reihe von Experimenten haben wir festgestellt, dass das, was Menschen online sehen, ihre Überzeugungen beeinflusst", sagen Hoque und Kollegin Adiba Mahbub Proma.
Tests mit mehr Zufälligkeit
Wenn Algorithmen jedoch mehr Zufälligkeit beinhalten, so die Wissenschaftlerin, schwächt sich diese Rückkopplungsschleife ab. Die Nutzer würden mit einem breiteren Spektrum an Meinungen konfrontiert und damit offener für unterschiedliche Ansichten. Die heute vorherrschenden Algorithmen führten dagegen zu immer mehr Polarisierung oft krass gegensätzlicher Meinungen.
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