Kuschelnde Pflanzen halten mehr Stress aus
Laut Studie der University of Missouri warnen sie sich gegenseitig durch Kontakt der Blätter
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Acker-Schmalwand: Pflanze warnt Artgenossen bei Stress (Foto: Annette Meyer, pixabay.com) |
Columbia/Laurel Hollow (pte001/10.02.2026/06:00)
Pflanzen, deren Blättern miteinander "kuscheln", sind widerstandsfähiger bei Stress. Das hat Botaniker Ron Mittler von der University of Missouri ermittelt. Dem Experten nach bilden die Pflanzen ein biologisches Signalnetzwerk, um sich gegenseitig vor bevorstehendem Stress zu warnen und Vorkehrungen zu treffen. Das könne ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber intensiver Lichteinstrahlung, einer häufigen Umweltbelastung, erhöhen. Diese führt vor allem zu Verfärbungen der Blätter aufgrund von hoher Verdunstung.
Ionenverlust der Blätter
Mittler hat diese Schäden bewertet, indem er den Ionenverlust der Blätter zuvor ermittelte. Eine widerstandsfähigere Pflanze verliert als Reaktion auf übermäßiges Licht weniger Ionen aus den Blättern als Einzelgänger. "Wir haben gezeigt, dass Pflanzen, die sich berühren, widerstandsfähiger gegen Lichtstress sind, indem wir Gruppen von Pflanzen, die sich berühren, mit Gruppen verglichen haben, die sich nicht berühren", sagt Mittler.
Er hat für die Studie die Acker-Schmalwand (Arabidopsis thalianaeine) genutzt. Das ist eine kleine Pflanze, die in der Landwirtschaft als Unkraut gilt. Er grub diese Pflanzen so ein, dass sie eine Gruppe bildeten, deren Blätter Kontakt zueinander hatten. Vergleichspflanzen ordnete er so an, dass sie keinen Kontakt pflegen konnten. Beide Pflanzengruppen setzte Mittlers Team künstlichem Licht aus, das in Intensität und Frequenz der Sonne zur Mittagszeit ähnelte.
Anschließend überprüften die Wissenschaftler den Schaden, indem sie den Ionenverlust aus den geschädigten Geweben und die Anreicherung eines Pigments namens Anthocyanin maßen. Dessen Anreicherung ist ein Zeichen für Stress bei Pflanzen. Die Schäden bei den Solo-Pflanzen waren deutlich schwerer als bei denen, die kuscheln konnten.
Signal für mehr Widerstand
Die Forscher vermuten, dass Pflanzen, die gestresst werden, ein Signal an alle Pflanzen senden, deren Blätter sie berühren. Dadurch würden sie widerstandsfähiger. Sie können beispielsweise die Poren, durch die Wasser verdunstet, früher schließen, als wenn sie die Erfahrung mit starker Lichteinstrahlung allein machten.
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